Entspannung in Luang Prabang

Entspannung in Luang Prabang

Weltreise Tage 102-106  (10.02-14.02)

Luang Prabang! Wir haben schon so viel Gutes über die Stadt gehört und freuen uns tierisch über ein paar entspannte Tage die wir hauptsächlich mit Nichtstun, Rumschlendern, Flanieren und Entspannen füllen wollen. Die Tage verschmelzen irgendwie ganz natürlich ineinander und es ist mir fast nicht mehr möglich sie auseinander zu halten, was auch gar nicht nötig ist, wie ich finde. Also kann es gut sein, dass nicht alles genau so passiert ist wie ich es aufschreibe, aber ihr werdet es mir verzeihen. Irgendwann an den Tagen haben wir es nämlich erlebt. Die Ausnahme ist der Tag bei den Wasserfällen. An den kann ich mich genau erinnern, ist es nämlich auch unser Jahrestag.

UNESCO

Die Altstadt von Luang Prabang ist sehr schön, das findet auch die UNESCO und macht sie 1995 zum Weltkulturerbe. An unserem ersten Besuch sind wir noch müde und geschafft von der Busfahrt und sind hungrig. Keine gute Kombi und so lässt uns das Kulturerbe ziemlich kalt. Klar, es ist hübsch und die Gebäude sind ganz schön kolonial-französisch, aber eigentlich wollen wir lieber wieder ins Bett. Wir sind wohl noch nicht bereit uns wieder der Welt zu stellen. Das ist aber überhaupt nicht schlimm, denn unser Guesthouse Phonethavy ist jetzt nicht mit Charme und Gemütlichkeit übersäht, aber es ist fast penibel sauber und wir fühlen uns wohl in unserem kleinen Zimmer. Es gibt den ganzen Tag Kaffee, Tee, Wasser, Kekse und Bananen um sonst und morgens bis 10:30 Uhr Toast und Marmelade.

Die Geschichte mit dem Busticket Teil 1

Dumm nur, dass wir in ein paar Tagen mit dem Nachtbus nach Hanoi fahren wollen und dafür noch ein Ticket buchen müssen. Das ist alles aber nicht so einfach. Na, theoretisch müssten wir nur in eines der vielen Reisebüros auf der Hauptstraße gehen aber nach unserer letzten Reisebüro und Bus Erfahrung von Vientiane hier her, sind wir etwas vorsichtig geworden. Außerdem wird diese Fahrt auf extrem vielen Blogs auch die Höllenfahrt genannt. Da ist man dann dann doppelt vorsichtig bei der Auswahl des Anbieters. Keines der Reisebüros kann uns die Firma sagen, mit der wir nach Hanoi fahren würden und auch nur wenige wissen wie der Bus überhaupt aussieht. Das ist uns für 24 Stunden Fahrt etwas zu ungenau und wir beschließen erst mal noch im Netz zu recherchieren, bevor wir uns entscheiden. Viele Informationen finden wir hier allerdings auch nicht. Irgendwie scheint es keinen zu interessieren mit welchen Bussen sie die Fahrt antreten. Der Preis spielt meistens die einzige Rolle. Frustriert verschieben wird das Problem auf den nächsten Tag.

Nachtmarkt die Erste

Abends wage ich mich noch mal aus dem Haus – wie sollte es anders sein – um mich auf Futtersuche zu begeben. Hunger haben wir nicht zu großen, aber ein Hüngerchen macht sich breit und der Nachtmarkt zieht mich magisch an. Der essbare Teil des Markts befindet sich erfreulicherweise nur wenige hundert Meter von unserem Guesthouse entfernt. Obstshake und Snack Stände stehen alle aufgereiht an der Hauptstraße, der restliche Teil liegt in einer ziemlich engen Seitenstraße und das Gedränge ist groß. Hier wird hauptsächlich Fleisch angeboten – und Kuchen. Mir läuft das Wasser im Mund zusammen und ich muss mich daran erinnern, dass wir gar keinen großen Hunger haben. Kuchen können wir auch noch morgen essen. Zu meiner großen Freude ist das Hühnchen genauso auf Bambusspießen gegrillt wie es schon im local Bus verkauft wurde (und da schon gut roch). Mit großer Wahrscheinlichkeit haben diese Hühnchen allerdings noch keine Bussitze berührt und ich kaufe uns ein Stück gegrillte Hühnchenbrust. Beim rausdrängen aus der Gasse sehe ich noch den German Sausage Stand, von dem wir schon gelesen hatten. So eine deutsche Wurst mit Zwiebeln?… Nein! Heute nicht mehr – morgen! Ich nehme uns noch einen Mango Shake und ein paar vegetarische Sommerrollen mit und freue mich schon auf einen Abend Serie schauen und dabei futtern. Das Internet ist seit langem mal wieder gut genug dafür.

Die Geschichte mit dem Busticket Teil 2

Die Bus Suche nimmt dann tatsächlich auch einen Großteil des nächsten Tages ein. Wir laufen alle Reisebüros noch einmal ab, aber entscheiden uns dann doch für eine Buchung über das Internet, in der Hoffnung dass wir hier mehr Transparenz erhalten und eventuell auch gleich unsere Sitze buchen können. Das können wir nicht. Dafür ist das Ticket hier teurer. Egal, wir buchen jetzt und wissen zumindest mit welcher Firma wir fahren und in etwa wie der Bus aussieht. Außerdem können wir das Thema abhaken. Zum Glück! Es hat uns nämlich schon viel zu lange beschäftigt und genervt.

Nachtmarkt die Zweite

Abends ist es dann Nachtmarkt Zeit und an die  Bratwurst denken wir schon seit Langem. Nach so lange auf Reisen ist ein bisschen Heimat auch durchaus mal erlaubt, finden wir, und wir gönnen uns eine echte deutsche Bratwurst mit Zwiebeln, Ketchup und Senf in einem französischen Baguette. Zum Glück haben wir uns nur eine Wurst geteilt, denn dann geht das Schlemmen richtig los. Unsere Augen sind riesengroß, viel größer als unsere Mägen und plötzlich stehen Hühnerschenkel, spicy Lao Wurst und crispy Pork vor uns. Dazu noch eine Schüssel Gemüse. Wie das genau passieren konnte wissen wir allerdings auch nicht… Das Fleisch ist wirklich mega lecker und das Aufessen fällt uns nicht zu schwer. Nur das Gemüse ist nicht so dolle – kalt und lätschig – da ist das Gewissen dann auch nicht so schlecht, als ein bisschen was übrig bleibt. Ein großes Unglück ist allerdings, dass wir jetzt unter keinen Umständen mehr Platz für Nachtisch haben. Dabei sehen die Kuchen so verdammt lecker aus! Na zum Glück ist morgen auch noch ein Tag. Wir schlendern noch ein bisschen über den Markt und fallen dann mal wieder totmüde ins Bett.

Ein richtig guter Tag

Der nächste Tag fängt gut an. Wir sind ausgeschlafen und haben ein Busticket. Den Vormittag verbringen wir mit faulenzen und gehen Mittags frühzeitig los um uns was zu Essen zu suchen, um den „hangry“ Zustand zu vermeiden. Danach schlendern wir entspannt durch die Innenstadt. Und oh Wunder: Es ist wirklich schön hier! Die Stadt ist voll von kleinen renovierten Kolonialhäusern, es liegt kaum Müll herum und überall kann man Kaffee trinken und in kleinen Boutiquen stöbern, die lokale Handarbeiten verkaufen. Es fühlt sich an wie Urlaub, hier so durch die Straßen zu schlendern. Luang Prabang ist, zumindest in der Altstadt, komplett auf den Tourismus ausgelegt. Was dadurch leider ein bisschen fehlt, ist das lokale Leben. Laoten trifft man hier nur in der Service Industrie an. Wohnen tun sie alle etwas außerhalb, im modernen Luang Prabang. Das ist dann wohl die Kehrseite des Tourismus.

Das gönnen wir uns mal!

Noch etwas, was die Stadt zu bieten hat, sind unzählige Spas und Massage Studios. Wir haben in Laos gut gehaushaltet, haben morgen Jahrestag und es sind unsere letzten Tage in unserem neuen asiatischen Lieblingsland. Da kann man sich schon mal was gönnen. Im Netz hatten wir etwas recherchiert und beim L’Hibiscus Spa werde ich fündig und buche eine 90 minütige Lao Massage am frühen Abend. Hanno wird nebenan fündig und bucht dort eine 60 minütige Nacken und Rücken Massage für die gleiche Uhrzeit. Warum nicht am nächsten Tag (dem letzten Tag ganzen Tag in Laos und unserem Jahrestag)? Aus rein praktischen, organisatorischen Gründen. Hat so halt besser gepasst. Da sind wir dann recht pragmatisch.

Die Spas befinden sich fast am Ende der Altstadt und wo wir einmal hier sind, können wir uns auch noch die Jahreszeiten-abhänige Bambusbrücke anschauen, die hier über einen Nebenarm vom Mekong Delta führt. Sie steht hier nur während der Trockenzeit, da dann der Wasserstand niedrig genug ist, ums sie aufzubauen. In der Regenzeit muss man halt ein Boot nehmen um über den Fluss zu kommen. Da es noch recht früh am Nachmittag ist, und wir uns mal wieder eine Weile ausruhen könnten, schlendern wir langsam zum Guesthouse zurück. Eine Stunde Federnball ist drin, bevor wir wieder los müssen um pünktlich bei der Massage zu sein. Was für ein Stress!

Der Freund stand da so rum und hat die Passanten terrorisiert

Ich hatte übrigens ein riesen Glück mit der Massage. Die Frau hatte Kraft in den Händen und hat sie auch genutzt. Für 85.000 Kip (ca. 8,50 €) kann man echt nichts sagen. Ich war wirklich entspannt als ich 90 Minuten später wieder aufgestanden bin. Hannos Masseurin war recht jung und zierlich und hatte wohl nicht all zu viel Kraft in den Fingern. Seine Massage war eher eine Streicheleinheit und nicht ganz so toll. Kostenpunkt: 80.000 Kip (ca, 8 €). Bisschen blöd, dafür hat das Abendessen die Massage dann wieder wett gemacht.

Essen ist doch was tolles

Wir waren bei Bouang essen. Das Restaurant ist ein bisschen teurer als der Durschnitt in Laos, aber es lohnt sich. Alles ist recht lässig und hipstermäßig eingerichtet. Das Essen wird auf Metallblechen oder Holzbrettchen serviert und ist eine Lao/Europäische Fusion Küche. Ich hatte einen lauwarmen Reissalat mit Lao Schinken, den man in Salat und Betelblätter einrollt und wie einen Wrap isst. Hanno war recht westlich unterwegs und bekam einen Chicken-Chilli Burger mit schwarzem Brötchen und Pommes. Dazu natürlich BeerLao. Die Qualität hat uns wirklich überrascht und wir haben das Essen richtig gefeiert. Als Nachtisch gab es heute noch die ersehnten Brownies vom Nachtmarkt. Leider eine kleine Enttäuschung. Naja, einen Versuch war es wert.

Reissalat und…
…Burger
Die Stadt bei Nacht

Kuang Si – der Wasserfall und die Bären

Der nächste Tag beginnt früh. Wir wollen zum Wasserfall und hatten gelesen, dass man am besten vor den ganzen Tourgruppen dort ist, die alle so ab 8 Uhr losfahren. Wir hatten uns am Vortag schon einen Roller organisiert, der uns praktischerweise sogar direkt zur Unterkunft geliefert wurde. Um 7:10 Uhr, genau wie abgemacht, stand der Vermieter dann auch auf dem Hof. Die Übergabe war sehr gründlich, was uns beruhigte. Die Helme dafür viel zu groß. Wir würden sie einfach ordentlich festschnüren müssen und vorsichtig fahren. Um kurz vor acht waren wir startklar, etwas später als geplant, aber wir kamen trotzdem noch vor den Massen an.

Die Fahrt zu den Kuang Si Wasserfällen war vor allem eins: kalt! Es ist der kälteste Morgen seit Langem und dazu ist es auch noch reichlich nebelig. Viel sehen wir von der Landschaft nicht, aber heute ist ja auch das Ziel das Ziel und nicht der Weg. Kurz vor 9 Uhr sind wir da und zahlen 20.000 Kip Eintritt pro Person (ca. 2 €). Ein absolutes Schnäppchen wie wir finden. Direkt am Eingang befindet sich eine Bären Auffangstation. Ein recht eigenartiger Ort um die Bären unterzubringen, aber wir beschweren uns nicht, gucken wir sie uns doch gerne an. Verschiedene Organisationen haben die Station hier gegründet und bringen immer wieder aus der Gefangenschaft gerettete asiatische Schwarzbären hier unter. In der traditionellen chinesischen Medizin wird Gallensaft von Bären nämlich als Heilmittel verwendet und viele der Tiere landen in Gallensaft-Produktionsstätten wo sie über Jahre in kleinsten Käfigen leben, damit ihnen regelmäßig der Saft abgezapft werden kann. Auch Tatzen werden in der Medizin verwendet und einigen der Bären die hier leben, fehlt sie. Die Geschichten sind sehr traurig und es macht uns extrem wütend, wie Menschen den Tieren so etwas antun können. Hier scheint es den Tieren, auch wenn sie recht beengt leben, aber gut zu gehen und das ist die Hauptsache.

Etwas verwackelt, aber man sieht sie trotzdem
Hanno in einem der Käfige in denen die Bären für die Gallensaftproduktion jahrelang leben, ohne je Freilauf zu haben.

Dann kommen wir zu dem ersten Pool des Wasserfalls und sind sprachlos. Obwohl es noch nebelig ist und keine Sonne auf das Wasser scheint, strahlen sie in einem tollen Türkis. Es ist unglaublich und der Nebel verleiht dem Ganzen so etwas Mystisches. Der Wasserfall besteht aus vier oder fünf Pools, die jeweils durch kleine Steintreppchen von einander getrennt sind, auf denen das Wasser munter in die Tiefe plätzschert. Ganz oben ist dann der höchste der Wasserfälle. Hier fällt das Wasser ca. 20 Meter in die Tiefe.

Die Steintreppchen sehen aus als wären sie aus Zuckerguss, ganz weich und rund. So fällt das Wasser auch irgendwie anders, irgendwie langsamer und mehr in einzelnen Tröpfchen und nicht als einzige Wassermasse. Klingt ein bisschen kitschig, ist es auch, aber genau so sieht es auch aus – komplett magisch, wie aus einem Märchen. Es ist wirklich der schönste Wasserfall den wir beide je gesehen haben. Je höher wir klettern, desto schöner wird es. Wir kommen aus dem Staunen kaum raus und Hanno ist ganz aufgeregt.

Flucht nach Vorne

Als dann langsam die chinesischen Tourgruppen eintreffen, wird es Zeit für uns zu gehen, allerdings dürfen wir vorher noch für ein Foto mit ein paar chinesischen Damen posieren. Was sie so toll an uns finden wissen wir nicht, aber das Foto ist großartig. Es gibt noch einen Weg, auf dem man bis nach oben zum Flußlauf des Wasserfalles klettern kann. Links geht es hoch, rechts dann wieder runter. Es stehen extra Schilder dort, damit man sich auch daran hält, da der Weg recht schmal ist. Allerdings können anscheinend wenige der Touris lesen, denn uns kommen immer mal wieder Leute entgegen. Größtenteils sind wir aber alleine auf dem Weg den Berg hoch. Es ist recht steil, nass und glitschig, aber wenn man oben ist, kann man ja wie immer auch runterschauen und dass machen wir bekanntlich ja sehr gerne. Auch spannend sind die riesigen Spinnen in ihren großen Netzen die wir hier antreffen. Man glaubt gar nicht wie schwer es ist davon ein ordentliches Foto zu machen, nach mehrere Minuten gibt es dann aber ein recht passables Bild und wir können uns zufrieden an den Abstieg machen.

Einen ham‘ wir noch

Unten haben die Tourbusse jetzt auch die Menschenmassen ausgespuckt und wir hauen lieber schnell ab. Denn es gibt noch ein weiteres Ziel auf unserem Tagesplan. Wie sollte es anders sein, handelt es sich natürlich um Essen. Es gibt auf dem Weg zurück Nach Luang Prabang eine Büffelfarm, die alles Mögliche aus Büffelmilch herstellt. Gelesen hatte ich davon schon vor einigen Wochen und seitdem möchte ich unbedingt hin und erinnere Hanno gefühlt alle paar Tage daran, dass wir die Farm auf keinen Fall vergessen dürfen. Als wir auf den Hof fahren, kommt ein freundlicher Amerikaner auf uns zu, anscheinend der Manager oder so ähnlich, und fragt ob wir eine Tour über die Farm machen wollen. Das ist mir gar nicht in den Sinn gekommen. „Nein“ sage ich. „Eigentlich wollen wir nur Essen.“

Wir bestellen eine Probierkäseplatte, trinken Kaffee mit Büffelmilch und essen zum Nachtisch noch ein Schokoladenbüffeleis.  Die Käseplatte war himmlisch, besonders, weil wir seit Ewigkeiten keinen richtigen Käse mehr gegessen haben. Es gab Mozzarella, natürlichen und eingemachten Feta, Jogurt und Ricotta. Besonders hat es mir der Mozzarella angetan, Hanno fand den eingemachten Feta am besten. Die Büffelmilch im Kaffee war gewöhnungsbedürftig und das Eis nicht zu süß und ziemlich lecker. Im Käserausch ging es dann wieder zurück. Ausruhen war angesagt.

Happy Day

Abends soll das Käseschlemmen dann auch gleich weitergehen. Der Italiener La Rosa macht wohl ausgezeichnete Pizzen, und was noch viel besser ist, soll er eine ziemlich gute Weinkarte haben. Wein! Den hatten wir seit Monaten nicht mehr. Das wird ein Fest! Genau das Richtige für unser Drei-Jähriges und den Laos Ausklang. Die Pizza ist dann auch wirklich fantastisch und der Wein schmeckt toll. Hanno isst seinen Lieblingsklassiker Funghi und Prosciutto und bei mir gibt es Parma und Gorgonzola. Wenn schon Käsekoma, dann auch richtig, denke ich mir!

Richtig Essen will geplant sein

Unser letzter Tag geht relativ entspannt los. Wir müssen bis Mittags auschecken und da unser Bus erst um 18 Uhr fährt, gehen wir es langsam an. Bloß keine Hektik. Die Stadt hatten wir jetzt genügend erkundet und wir hatten nur noch einen offenen Punkt zum abhaken – den Mt. Phousi. Erst einmal aber zu den wichtigen Dingen – Proviant. 24 Stunden sind lang, besonders wenn man nicht wirklich viel zu tun hat, da brauchen wir viele Snacks. Bezüglich Essen haben wir also einen detaillierten Plan auf gestellt:

  1. Einkaufen von haltbaren Snacks wie Kekse, Kracker, Brot, Nüsse, Chemiekäse… so etwas halt.
  2.  Zum Frühstück am nächsten Tag an einem der vielen Stände frischgemachte Sandwiches erstehen.
  3. Spät Mittagessen, damit wir auch erst spät wieder Abendessenhunger bekommen
  4. Beim Mittagessen noch zusätzlich zwei Portionen Sommerrollen bestellen und die dann in unsere mitgebrachten Tupperdose verstauen. Sie können dann zum Abendessen verspeist werden.

Punkt 1 bis 3 laufen auch nach Plan. Nur Punkt 4 klappt nicht. Die Tupperdose schleppen wir zwar schon den ganzen Nachmittag mit uns rum, aber das Restaurant hat doch tatsächlich keine Sommerrollen. Wie konnte das denn passieren? Ab jetzt habe ich Angst dass wir nicht genug Essen dabei haben. Zum Glück bewahrheitet sich diese Angst nicht und wir müssen nicht verhungern, bringen sogar noch ein paar Sachen mit nach Hanoi.

Zwischen all den Vorbereitungem ersteigen wir dann noch Mt. Phousi. Eigentlich haben wir nicht so große Lust, aber wir gehen bekanntlich gerne hoch um runter zugucken, also kraxeln wir die 350 Stufen rauf und wieder runter. Es war ganz nett, jetzt aber auch nicht der beste Berg auf dem wir je waren.

Es geht los!

Um 16:30 Uhr kommt dann auch schon unser TukTuk wie bestellt und fährt uns zum Busbahnhof. Wie immer wird ein Ticket gegen ein zweites ausgetauscht und dann warten wir. Um 18 Uhr soll es los gehen. Wir sind hier allerdings in Asien und die nehmen es ja bekanntlich nicht so genau mit der Zeit. Busfahrer und Schaffnerin sind viel am schreien und brüllen, klingt ganz so als müssen noch unlösbare Probleme gelöst werden. Es gibt viel hin und her Gelaufe, dann werden aber die Rucksäcke schon mal eingeladen und um 18 Uhr dürfen auch wir einsteigen. Hanno und ich sind erfreulicherweise die Ersten und krabbeln auf unsere präferierten Sitzplätze. Das passt der Schaffnerin aber nicht und wir werden angeschrien. Was genau sie sagt wissen wir nicht, aber es ist viel „No, no, no!“ dabei, bis wir auf den für sie passenden Sitzen angekommen sind. Uns sagen sie auch zu und wir richten uns häuslich ein – werden ja eine Weile hier drinnen verbringen. Hanno hat einen Fensterplatz und ich sitze in der Mitte. Der Bus ist wie folgt aufgebaut. Er besteht aus Stockbetten, also einem unten und einem oben. Jede Reihe besteht wiederum aus drei Sitzen neben einander. Fenster –  Mitte – Fenster, dazwischen jeweils ein kleiner Gang. Insgesamt gibt es acht oder neun Reihen, also ca. 54 Sitzplätze auf zwei Geschossen.

Irgendwann sind alle Plätze voll aber es stehen noch etliche Menschen vor der Tür. Ich sag noch zu Hanno, die liegen bestimmt gleich im Gang. Hanno verneint vehement, aber leider sollte ich Recht behalten. Wie Sardinen in der Dose reihen sich die Vietnamesen und Laoten in den Gängen Kopf an Fuß. Dagegen haben wir in unseren Sitzen Unmengen an Platz. Unser großes Glück ist auch, dass der Gang zwischen unseren beiden Sitzen nicht von schlafenden Asiaten eingenommen wird, das ist nur links von mir der Fall. So können wir unsere Rucksäcke in der Nacht in den Gang legen und es ist sogar einigermaßen bequem.

Um ca. 18:30 Uhr rollen wir vom Hof und die Mamut Fahrt beginnt. Es ist wirklich relativ bequem im Bus und mit den vielen Hörbüchern die wir geladen haben, ist die Fahrt auch ganz erträglich. Durch die Serpentinen wird die Nacht etwas kurvig und wir werden in unseren Sitzen ganz schön von rechts nach links geschaukelt, aber es läuft keine asiatische Popmusik, der Bruce Lee Film ist gegen 22 Uhr auch zu Ende und wir können sogar beide ein paar Stunden schlafen.

Die Geschichte vom Grenzübergang und von unserer Ankunft in Hanoi erzähle ich dann das nächste Mal.

Unsere Unterkunft

5 Nächte im Phonethavy Guesthouse für 25,50 € pro DZ/Nacht

Carola

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