Eine Woche in Lima – Teil 1

Eine Woche in Lima – Teil 1

Weltreise Tage 267-270 (27.07-30.07)

Ganz Peru feiert im Juli die Ferias Patrias – sozusagen die Vaterlandsfeiern. Am 28.7 ist nämlich der peruanische Unabhängigkeitstag. Wir haben ziemlich Glück dass wir ausgerechnet am großen Final-Wochenende in Lima sind. An unserem ersten Tag finden wir per Zufall den Barranco Stadtteilmarkt, sitzen Abends zwischen Peruanern und hören der Live Band zu, die dort auftritt. So ganz passen wir nicht ins Bild. Erstens sind wir Gringos, zweitens ist heute Waschtag und wir haben ein etwas seltsames Assortiment an Kleidungstücken an, und drittens haben wir beide einen Wäschesack voller gewaschener Wäsche auf dem Schoß, die haben wir nämlich eben noch abgeholt.

Wir gewöhnen uns langsam ein

Aber zurück zum Anfang. An unserem ersten Morgen wachen wir auf und es sieht tatsächlich nicht mehr alles so schwarz aus wie noch gestern Abend. Klar, die Straße ist noch da, aber da heute Samstag ist, scheint der Verkehr nicht ganz so stark zu sein. Und das Haus ist auch ganz nett. Unsere erste Aufgabe in dieser neuen Stadt ist Frühstück einkaufen und Wäsche wegbringen. Wir haben nämlich weder was zu Essen noch saubere Socken.

Die Wäsche Aktion gestaltet sich etwas schwierig. Entweder sind die Wäschereien geschlossen, nehmen wegen der Feiertage nichts neues an, oder verlangen horrende Preise um sie noch am selben Tag fertig zu machen. Irgendwann erbarmt sich dann aber eine Wäscherei und verspricht uns für 4 Soles pro Kilo (ca. 1,20 €) unsere 5 Kilo Wäsche bis heute Abend noch fertig zu machen. Zufällig finden wir auch noch die Barranco Patrias Feria, den Markt, und beschließen heute Abend wieder zukommen.

Wenn’s einmal läuft dann läuft’s, denn der Supermarkt, ist direkt neben an. Er ist riesig und ziemlich modern und wir haben unsere wahre Freude darin zu stöbern. Eine Eingebung haben wir auch noch und kaufen nicht nur fürs Frühstück sondern auch gleich fürs Mittagessen ein, so müssen wir später nicht mehr aus dem Haus, denn eigentlich ist heute „Nichts-tu-Tag“. Damit beginnen wir auch sobald wir wieder zuhause sind.

Barranco Feria

Nur abends müssen wir halt leider noch mal raus, um unsere Wäsche abzuholen. Grundsätzlich ist das auch nicht schlecht, da unser Zimmer etwas von Hausstaubmilben befallen ist, und unsere Körper sich bei dem kleinen Ausflug wieder erholen können. Wir sind extra etwas früher los, um über die Feria schlendern zu können. Das Erste was uns auffällt: wir sind die einzigen Gringos. Ein echt schönes Gefühl. Wir sind hier wirklich mitten auf einem Nachbarschaftsmarkt mitten in Lima gelandet. Es werden Klamotten und Schmuck angeboten, und überall gibt es Tische wo die Leute zusammen malen und basteln. Kinder sitzen neben ihren Omas und Tanten und alle versuchen sich zusammen an Aquarellmalerei oder Perlenschmuckgestaltung. Echt super schön und entspannt.

Ein paar Essenstände gibt es auch, aber sie sind nicht wirklich das Highlight des Abends, das ist die gesamte Atmosphäre –  und natürlich das live Konzert dass wir uns zusammengequetscht auf einer Bank mit unseren Wäschesäcken auf dem Schoß (die mussten wir nämlich inzwischen abholen) anhören. Ein wirklich gelungener Abend!

Wir erfahren übrigens heute auch noch, warum Lima momentan so teuer ist und es kaum noch freie Unterkünfte gab. Ein Grund ist natürlich das lange Wochenende. Zusätzlich werden gerade aber auch noch die panamerikanischen Spiele in Lima abgehalten. Eine Art Olympiade für den amerikanischen Kontinent. Die Stadt ist also voll!

Bettruhe

Am nächsten Morgen stellt sich dann leider heraus, dass es nicht nur die Milben waren, die mich zum niesen gebracht haben. Ich habe scheint’s Hannos Erkältung geerbt und liege die nächsten zwei Tage flach. Mir wurde Bettruhe verordnet und Hanno versorgt mich mit Tee, Suppe und Taschentüchern. Diese Zwangspause tut uns aber beiden ganz gut. Die letzten Wochen haben wir ja mal wieder überhaupt nicht still gesessen und sind von einem Highlight zum Nächsten gejagt. Blöd dass es ausgerechnet am Feiertagswochenende soweit kommen musste, aber dann steigt die Militärparade eben ohne uns. Ist jetzt kein riesiges Drama, auch wenn ich die Männer in Tarnnetzten doch sehr gerne gesehen hätte, sie sehen nämlich aus wie übergroße Hühnchen, finden wir…

Auf Erkundungsreise

Nach zwei Tagen bin ich wieder soweit hergestellt, dass wir uns in die große, weite Stadt wagen. Heute steht ein Ausflug ins Nachbarviertel Miraflores auf dem Programm. Es ist eines der wohlhabendsten und sichersten Viertel von Lima und hier wohnt auch die größte Anzahl an ausländischen Touristen. Lima liegt direkt am Meer, allerdings an einer Steilklippe. Trotzdem gibt es eine Art Promenade an der sich hier in Miraflores ein Park an den nächsten reiht. So entsteht ein  wirklich schöner, kilometerlanger Grünstreifen direkt an der Klippe zum Meer.

Eine Schönheit ist die Stadt jetzt nicht…
…aber dafür gibt es viele Parks, wie hier der Parque del Amor

Paddington

Hier finden wir sogar Paddington Bär, der ist nämlich Peruaner, wie uns die Plakette am Bären erklärt. Als Paddington damals am Bahnhof in London ankam, ist erh den ganzen Weg aus dem „finstersten Peru“ (so stehts im Buch) nach London gereist. Wieder was gelernt.

Die Statue steht übrigens direkt neben einem ziemlich modernen Einkaufszentrum, in dem wir das Kino zwar vergeblich suchen, aber bezüglich Eis sehr erfolgreich sind. Aber ich greife vorweg, das Eis gibt es nämlich erst auf dem Rückweg. Auf dem Hinweg probiert Hanno eine Virtual Reality Brille aus und fährt Achterbahn. Ein sehr amüsantes Erlebnis für ihn und alle seine Zuschauer.

Der Katzenpark

Ein kleines Highlight von uns beiden ist der Kennedy Park. Der Park an sich ist nichts besonders, er ist recht klein und ähnelt eher an einen begrünten Platz. Allerdings gibt es hier ziemlich verrückte Anwohner. Im Park wohnen nämlich unglaublich viele Katzen. Sie können zwar kommen und gehen wie sie möchten, sind aber wohl ziemlich glücklich hier im Park und verlassen ihn auch nur wenn es wirklich sein muss.

Die Ecke von Lima hatte wohl vor Jahren mal ein Rattenproblem, da hat man einfach ein paar streunende Katzen zusammen gesammelt und sie hier angesiedelt. Die Tierchen werden wohl auch gefüttert und ein Tierarzt schaut regelmäßig vorbei. Alle sind sie kastriert und es geht ihnen prächtig. Aus Menschen machen sie sich allerdings reichlich wenig. Wer sich also erhofft (so wie ich) hier mit Katzen schmusen zu können kommt leider ein kleines bisschen zu kurz.

Die zwei lassen es sich richtig gut gehen

Sandwiches

Irgendwann ist natürlich auch heute wieder Mittagszeit und das ist ja bekanntlich unsere Lieblingszeit (dicht gefolgt von der Abendbrotzeit). Wir haben keine große Lust auf Restaurant und lange aufs Essen warten, also steuern wir La Lucha an. Hier soll es die besten Sandwiches der Stadt geben. Die müssen wir natürlich probieren! Und es stimmt. Sie sind wirklich ziemlich gut. Auf jeden Fall besser als die von Monstruous Sandwiches die wir gestern hatten. Monstruous war zwar größer, aber La Lucha hat mehr Geschmack. Dazu gibt es übrigens eine Chicha Morada (die lila Mais Limo), denn wir sind abhängig.

Wer jetzt denkt: „Warum essen die beiden Sandwiches, wenn sie lecker peruanisch essen könnten?“ Dem sei erklärt, dass diese Art von belegten Broten ihren Ursprung tatsächlich hier in Peru hat, die chinesischen Einwanderer haben sie im 19ten Jahrhundert mitgebracht und jetzt sind sie komplett in die Essenkultur integriert. Vegetarier haben es übrigens dabei ziemlich schwer, sie gibt es nur mit Fleisch und damit wird wirklich nicht gegeizt. An unserem letzten Tag in Peru habe ich ein Chicharron Sandwich gegessen, in dem gefühlt ein ganzes Schwein zwischen den Brötchenhälften Platz gefunden hat, so dass ich danach drei Tage lang keine Fleisch mehr sehen konnte und mich ausschließlich von Gemüse ernährt habe…

Ausklang

Das war dann auch schon die Action für diesen Tag und wir machen uns auf den Nachhause weg, auf dem es dann noch das besagte Eis gibt. Wir sind ja schließlich auf Reise und da gehören solche Leckereien eben zu den kulinarischen Entdeckungen des Landes. Abends gibt es dafür einfach Salat und das Gleichgewicht ist wieder hergestellt – auf jeden Fall reden wir uns das ein.

Street Art ist hier hoch im Kurs

Unsere Unterkunft

4 Nächte im AirBnb für 22 €/Nacht

Carola
1 COMMENT
  • gabi simons
    Antworten

    Diesmal habe ich nicht bis abends gewartet, sondern deinen Bericht gleich gelesen.
    Wie immer sehr schoen

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