Die Reise nach Phu Quoc

Die Reise nach Phu Quoc

Weltreise Tage 62-65

Heute ging unser Bus nach Rach Gia, eine Hafenstadt von der wir die Fähre nach Phu Quoc gebucht hatten. Wir hatten eine Nacht in Rach Gia eingeplant, da die Fähren nur morgens fahren und wir nicht mitten in der Nacht aus Can Tho losfahren wollten um noch rechtzeitig zur Abfahrt anzukommen. Lieber entspannt mit der Fähre am nächsten Tag los fahren. So war auf jeden Fall der Plan. Aber wie sagte Hannos Vater so richtig: “Das ist ja kein Pauschalurlaub.”

Wie alles begann

Es fing damit an, dass Linh uns vorgestern zwar geholfen hatte einen Bus zu buchen, allerdings erzählte man uns heute nach mehrmaligem nachfragen dass keine Reservierung vorläge und es den Bus um 12:30 Uhr auch gar nicht gäbe. Na toll. Unser Guesthouse hat uns dann zum Glück geholfen ein neuen Bus um 13 Uhr zu reservieren und auch gleich ein Taxi dazu bestellt. Wir laufen als zum Treffpunkt und dort steht auch ein Taxi. Allerdings sitzen dort Engländer drin. Die wollen zur „local bus station“ und wir zu der wo Futabus abfährt. Der Taxifahrer spricht kein Wort Englisch, sieht aber dass es wohl ein Missverständnis mit der Zentrale gab. Dann kommen auch noch zwei Tschechen dazu die auch mit Futabus nach Rach Gia wollen. Das Taxi und die Engländer fahren dann irgendwann los, nachdem der Fahrer uns mit Handzeichen versichert hat, dass wir auch gleich abgeholt werden.

Stimmte auch. Zusammen mit den Tschechen werden wir als zum Bahnhof gefahren und teilen uns die Rechnung. Yeah! Und siehe da, die Engländer sind auch dort. Von wegen local bus station…

Auf nach Rach Gia

Schnell noch Ticket bezahlen und eingestiegen, diesmal nicht im Sleeper sondern im Seater. Auch diese Fahrt ist wieder relativ aufregend und geprägt von der sehr lauten Hupe. Zu Mittag gibt es lecker Pho Suppe, zumindest für mich. Hanno isst Brot mit Soße. Irgendwann kommen wir an und der Shuttle bringt uns sogar in die Nähe von unserer Unterkunft. In dem Hostel müssen wir zum Glück nur eine Nacht schlafen. Ist alles etwas feucht und schimmelig, aber so ist das manchmal. Wir verbringen den Nachmittag auf Nahrungssuche. Frühstück und Proviant für die Fähre will gekauft werden. Das Abendessen wird eine Spontanentscheidung, denn unser eigentlicher Favorit hat schon geschlossen. Wir finden einen Laden wo man ganz lecker Sommerrollen essen kann. Man bekommt die frischen Zutaten an den Tisch gebracht und rollt sie sich dann selbst. Echt lecker.

Beim Sommerorllen selber machen

„No ferries today“

Am nächsten Tag soll unsere Fähre um 10:30 Uhr fahren. Um 7:45 Uhr klopft ein aufgeregter Host an unsere Tür: „Heute fahren keine Fähren. Es gibt Sturm.“ Na toll. Sein Englisch reicht aber nicht ganz aus um uns mehr Informationen zu geben. Gleich darauf klopft dann ein deutscher Gast an, der ein paar mehr Infos hat. Es zieht ein Sturm an der Küste entlang und bis auf Weiteres fährt nichts. Sein Plan ist es nach Ha Tien zu fahren, dort gibt es auch größere slow-ferries die vielleicht früher wieder fahren. Wenn wir mit wollen, der Bus fährt in 50 Minuten.

Die nächsten Minuten sind von Hektik geprägt. Während Hanno anfängt zu packen versuche ich unsere schon gekauften Fährentickets umzutauschen, bzw. ersetzt zu bekommen. Alles gar nicht so einfach, da wir sie in einem Reisebüro gebucht haben, und nur die uns die Tickets ersetzten können. Ich renne also wieder zurück ins Hostel um dort anzurufen. Dort erfahren wir dann auch, dass die Busse nach Ha Tien alle 1,5 Stunden fahren. Was für ein Glück. Dann also erst mal frühstücken.

In Ruhe schaffen wir es dann auch Reisebüro mit Verkaufsbüro der Fähre zu verbinden und bekommen unsere Tickets komplett erstattet. Die Rucksäcke sind auch gepackt und ein Hotel in Ha Tien gebucht. Irgendwann kommt dann auch der versprochene Shuttlebus und um 11 Uhr sitzen wir im Reisebus nach Ha Tien. Diesmal hat die Hupe einen Amplifier und hallt jedes mal schön nach. Ähnlich wie die Lautsprecher im Stadion.

Wir warten…

Ha Tien ist noch kleiner als Rach Gia. Das feuchte Balkon Zimmer tauschen wir gegen eines mit Fenster zur Lobby. Dafür ist es trocken.  Leider haben wir aber kein heißes Wasser, angeblich weil ein Sturm wütet. Logik die sich uns bis jetzt noch nicht ganz erschlossen hat. Unser Fenster zur Lobby ermöglicht es uns aber prima am Marihuana Genuss anderer Reisender teilzuhaben. Der zieht nämlich immer wieder durchs ganze Gebäude.

Mittags gehen wir dann ein bisschen durch die Stadt und suchen uns, wie sollte es anders sein, etwas zu essen. Wir sind beide sehr von unseren Fähigkeiten beeindruckt, als wir gleichzeitig einen Banh Mi Verkaufsstand erschnüffeln. Als wir dem Geruch folgen, finden wir dann tatsächlich eine Bäckerei. So langsam sind wir echt für die Wildnis gewappnet. Jetzt müssen wir nur noch lernen Wasser und Bier zu erschnüffeln, Sandwiches klappt  ja nun hervorragend.

Fähren fahren übrigens den ganzen Tag keine mehr und so gehen wir abends lecker Seafood essen. Für Entertainment ist auch gesorgt, denn ein Kleinbus bringt kurz darauf eine Gruppe Chinesen in das Restaurant die unter lautem Gelache und Gebrüll vietnamesische Trinksprüche aufsagt und einen feucht-fröhlichen Abend genießt. Musikalische Untermalung gibt es auch, denn als der Kleinbus den Rückwärtsgang einlegt ertönen die fröhlichen Klänge von „We wish you a merry Christmas“ die auch erst aufhören als der Bus wieder vorwärts fährt.

Heute fährt wohl keine Fähre mehr
Jeder Tag ist Markttag
Fischmarkt in Ha Tien

„No ferries today“

Der nächste Morgen beginnt um 7:00 Uhr mit einem Gang zur Rezeption. „Und wie sieht es aus?“ Auch heute fahren erst mal keine Fähren. Der Tropensturm Pabuk scheint noch eine Weile anzuhalten. Wir gehen als bei Andy frühstücken. Der Engländer betreibt seit gut neun Jahren die Oasis Bar in dem kleinen Ort und fungiert auch als Reisebüro. Er macht uns etwas Hoffnung. „Letztes Jahr um die Zeit war es genau das Gleiche. Da sind die Fähren dann ab Nachmittags so gegen 16 Uhr los gefahren.“

Wir verbringen den Tag mit lesen, schneiden, Serie schauen und zelebrieren die Nahrungssuche ein bisschen. Bei Nieselregen schlendern wir durch das Städtchen bis zum Supermarkt und besorgen uns Zutaten für leckere Banh Mis am Abend. Ihr müsst denken dass wir nichts anderes mehr essen. Aber die Dinger sind einfach lecker und es ist nach über zwei Monaten Reise auch mal schön sich selbst etwas zu essen zu machen und nicht immer noch mal raus zu müssen. Ohne Herd sind die Banh Mis einfach eine tolle Alternative. Und das Brot ist immer so lecker. Nachmittags gehen wir noch mal Fragen wie es mit den Fähren aussieht, aber auch dieses mal haben wir kein Glück. Im Städtchen kennen wir aber inzwischen fast alle Touristen und es ist echt nett, ein bisschen wie Klassenfahrt. Wir treffen die Tschechen wieder und auch der Deutsche aus dem Hostel in Rach Gia ist hier im gleichen Hotel untergekommen. Ein paar brechen die Warterei ab und fahren nach Kambodscha, aber wir entscheiden uns durch zu halten.

Abends gibt es selbst gemachte Banh Mis im Hotelzimmer, dazu Serie. Wir hatten keine Lust auf Essen gehen.
Das fertige Produkt

„One ferry today!“

Der nächste Morgen bricht an und um 7:00 stehen wir wieder an der Rezeption. Wieder die gleiche Antwort: „Heute morgen fahren noch keine Fähren. Vielleicht heute Abend.“ Also wieder ins Bett und Decke über den Kopf. Um 8:00 klingelt dann ganz unerwartet das Telefon. Die Rezeption ist dran. „Ihr wollt doch nach Phu Quoc, oder?“ „Ja“ „Dann müsst ihr jetzt sofort auschecken. Es fährt heute eine Fähre und die legt gleich ab. Das Taxi ist schon da.“ Was???? Wir ziehen uns schnell irgendetwas an und schmeißen unsere ganzen Habseligkeiten innerhalb von 5 Minuten in die Rucksäcke. Für Waschen und Zähneputzen muss später Zeit sein. Auschecken und bezahlen geht innerhalb von 2 Minuten über die Bühne und gleich darauf sitzen wir im Taxi auf dem Weg zur Fähre.

Wir warten mal wieder…

Am Pier erwartet uns Chaos. Touristen und Einheimische stehen um den Schalter herum. Wir tun es den Touristen gleich und überreichen einer netten Dame unsere Pässe, die uns ein Ticket besorgen wird. Die Hektik von eben erweist sich aber auch so langsam als übertrieben. Das Schönwetterfenster das man nutzen wollte war wohl doch nicht groß genug und so warten wir. Irgendwann bekommen wir Pässe samt Tickets zurück. Schon mal ein gutes Zeichen. Wir laufen in Richtung Fähranleger und man sagt wir sollen es uns bequem machen. „Maybe for one or two hours.“ Oh je, na dann. Wir warten, und warten und warten.

Irgendwann ist Kaffeezeit, dann Mittagszeit und irgendwann, gehen plötzlich die Motoren der Autos und LKWs an, die auch alle auf die Fähre wollen. Es ist inzwischen 15:30 Uhr. Sollte es jetzt wirklich los gehen? Kaum zu glauben, aber doch wahr. Plötzlich geht alles relativ schnell und wir sitzen auf der Fähre. Die legt auch gegen 16:30 Uhr ab. Darauf gönnen wir uns erst mal ein Bierchen, zur Feier des Tages.

Wir warten…
…und warten
Da hinten steht sie und wartet auf ihren Einsatz.
Die wollen auch alle mit

Die 3 Stunden lange Fahrt verbringen wir damit tolle asiatische Filmchen auf höchster Lautsterke zu sehen. Auch ohne ein Wort vietnamesisch zu verstehen sind sie höchst amüsant. Ob das auch der Originalgedanke war, wissen wir nicht, aber uns halten sie bei Laune. Der Seegang hält sich auch in Grenzen.

Angekommen!

Endlich sind wir dann nach 3 Nächten Wartezeit auf der Insel Phu Quoc angekommen. Wir verlassen die Fähre zwischen den fahrenden LKWs und schaffen es auch zum Fährterminal. Dort zahlen wir einen überteuerten Preis für die Taxifahrt in unser Homestay, aber egal. In der Unterkunft finden wir auch nach etwas suchen auch die Tochter des Hauses die uns den Schlüssel zum Zimmer gibt (Der Vater ist wohl nicht da, was keine Seltenheit ist, wie wir noch feststellen werden). Nach einem schnellen Abendessen fallen wir müde aber glücklich ins Bett. Wir sind auf der Insel und ab morgen machen wir Strandurlaub!

Unsere Unterkünfte

1 Nacht im BUI Hostel in Rach Gia für 12,00 € DZ/Nacht

2 Nächte im Happy Hotel in Ha Tien für 13,00 € DZ/Nacht

Carola

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