Bienvenidos a Argentina – unsere ersten Tage in Buenos Aires

Bienvenidos a Argentina – unsere ersten Tage in Buenos…

Weltreise Tage 187-189  (08.05-10.05)

Buenos Aires!! Das klang für mich immer so extrem weit weg und wunderbar exotisch. Eine Stadt am anderen Ende der Welt, in einem Land voller Gauchos und Haciendas. Und jetzt sind wir da. Was für ein Abenteuer! Wir sind am 8. Mai um 20:00 Uhr in Auckland los geflogen und landen am 8.Mai um 16:30 Uhr in Buenos Aires. Zeitmaschinen gibt es doch!

Zum ersten Mal in Süd Amerika

Nach 12 Stunden Flug über Nacht sind wir beide froh als der Flieger in BA landet. Auch wenn Air New Zealand eine klasse Airline mit viel Beinfreiheit ist, werden 12 Stunden dann doch irgendwann recht lang. Immigration und die Warterei auf unsere Rucksäcke gehen relativ schnell vorbei und schon stehen wir draussen in der Ankunftshalle. Unsere nächsten Aufgaben: Geld finden und eine Möglichkeit in die Stadt zu kommen auskundschaften. Erst einmal Geld.

An Geld in Argentinien zu kommen ist garnicht so einfach. Klar kann man einfach welches mit der Kreditkarte abheben, aber da gibt es zwei kleine Probleme. Erstens bekommt man pro Abhebung nur umgerechnet 80 Euro und zweitens zahlt man dafür horrende Gebühren von ca. 10 €. Die fehlt uns ein bisschen die Verhältnismäßigkeit…Dann kommt noch dazu, dass die Automaten auch nicht immer Geld haben. Grund dafür ist die extrem hohe Inflation von mittlerweile ca. 43% durch die sich das Land gerade kämpft. Die Banken kommen einfach nicht hinterher die Automaten wieder aufzufüllen, weil die Leute immer größere Mengen an Geld abheben müssen.

Die meisten Blogs raten einem Dollar oder Euro mit zu bringen und diese dann vor Ort in Pesos zu wechseln. Also hatten wir uns in Auckland noch ein paar Hundert Dollar besorgt. Hat natürlich auch Gebühren gekostet, aber lange nicht so viel wie in Argentinien. Die ersten Hundert wechseln wir also am Flughafen in Pesos um und bekommen ca. 4500 Pesos. Bargeld haben wir also schon mal in der Tasche – fehlt nur noch das Transportmittel.

Ich bin ja immer einer Verfechter von öffentlichen Verkehrsmitteln an Stelle von Taxis. Und auch diesmal würde ich am liebsten Bus fahren. Vielleicht etwas naiv, abends in Süd Amerika durch Stadtteile einer fremden Stadt zu fahren die wir überhaupt nicht einschätzen können… Hanno ist da eher von der Taxi Fraktion und nachdem ich etwas geschmollt habe, hat er mich auch überredet und wir fahren Taxi. Ich muss im Nachhinein eingestehen, dass es vielleicht doch die bessere Variante war. Wir hätten nämlich mindestens zweimal umsteigen müssen und hatten wirklich keine Ahnung wie sicher die Stadtteile waren durch die wir gefahren wären. Außerdem kostet das Taxi mit 26 USD jetzt auch nicht die Welt.

Wir sehen uns schon in der Lobby schlafen

Gegen 18:30 Uhr kommen wir in Calle Soler in Palermo Buenos Aires an. Die Portier (Ja! Das Gebäude hat einen Portier) spricht uns auf perfektem argentinischem Spanisch an und ich schaffe es gerade so etwas von Apartemento 903 zu stammeln. Leider macht dort keiner auf. Mist! Mit Carolina hatte ich ausgemacht, dass sie zwischen 18-19 Uhr hier auf uns warten würde. Der Portier, nennen wir ihn Pedro, lässt und freundlicherweise in der Lobby warten. Dummerweise haben wir weder Internet noch eine Telefonnummer also bleibt uns nur zu warten. Nach 20 Minuten fangen wir langsam an zu überlegen was wir machen werden, sollte sie nicht kommen, da schneit eine dunkelhaarige Argentinierin in die Lobby und küsst und zur Begrüßung beide ein mal auf die Wange. Boah, ein bisschen erleichtert sind wir schon!

Hablo un poco

Carolina fragt ob wir spanisch sprechen und als ich „un poco“ sage. Fängt sie an zu reden wie ein Wasserfall, erklärt uns alles, wünscht uns eine tolle Zeit und ist wieder verschwunden. Die ganzen Feinheiten ihres Redeflusses bekomme ich nicht mit, aber das Wichtigste habe ich hoffentlich verstanden. Dann kann das Abenteuer Argentinien ja los gehen! – Morgen. Denn wir sind hundemüde, schaffen es gerade noch zum Supermarkt um ein bisschen was zum Abendbrot und Frühstück zu kaufen und warten dann darauf dass es 23 Uhr wird und wir einschlafen dürfen. Unser Ziel ist es nämlich die 15 Stunden Jetlag so schnell wie möglich zu überwinden und bald wieder im Rhythmus zu sein. Es wird phänomenal schief gehen!

Der Tag den wir fast komplett verschliefen

Um 3 Uhr nachts sind wir beide wieder hell wach. Na toll. Und jetzt? Irgendwann sehen wir ein, dass sich hin und her wälzen den Schlaf auch nicht schneller herbei führen wird, außerdem hat Hanno Hunger. Er macht sich gegen 5 Uhr erstmal Müsli während ich mein Buch raushole. Nach vielen, vielen Stunden schlafen wir beide gegen 7 Uhr noch mal ein…nur für ein Stündchen… Als ob das funktionieren würde…um 15:40 Uhr schaue ich das nächste Mal auf die Uhr. Mist! Das ist ja mal gründlich schief gegangen!

Egal, ist der Tag halt im Eimer und unser Jetlag-Auskurierprogramm starten wir morgen noch mal. Hanno isst erstmal das restliche Müsli und dann gehen wir raus in die Welt, auf weitere Nahrungssuche. Zum Glück gibt es hier Bäckereien in Hülle und Fülle. Zwei Empanadas auf die Hand und zwei Quiches für später sind unsere Ausbeute. Dann noch im Supermarkt Wasser mit Sprudel ergattern (Hurrah!!!endlich wieder mit Sprudel) und ab gehts  nach Hause. Heute fühlen wir uns noch nicht so bereit für mehr Welt.

Nachts versuchen wir übrigens bis mindestens Mitternacht wach zu bleiben um langsam in den Rhythmus zu kommen. Es Funktion auch ganz gut. morgens sind wir erst gegen 6 wach – na immerhin.

Zielloses umherlaufen in Buenos Aires

Auch wenn wir vom Tag noch keinen richtigen Plan haben, heute wollen wir raus. Wie so oft in neuen Städten berufen wir uns auf das ziellose Umherlaufen. Eine Taktik bei der man sich einfach treiben lässt und dorthin geht wo es schön ist. Aus der Haustür raus, geht es nach rechts unser ungefähres Ziel ist das Zentrum Palermo Soho, hier soll es von Restaurants, Cafés, Bars und coolen Läden nur so wimmeln. Ich hatte mir zwar ein paar Straßennamen rausgeschrieben, aber irgendwie verpassen wir den ganzen Trubel. Dort wo wir laufen ist es eher ruhig… Hmmm, na ja. Dann halt erst mal zum Plaza de Mayo, dem Hauptplatz der Stadt.

Die Wohnstraßen von Palermo
Die Argentinier lieben Hunde. 97% aller Einwohner besitzen mindestens einen. Das „Dog walking“ Business boomt.

Cathedral

Wir sind zum Glück Besitzer einer Sube Card, man braucht sie nämlich um in Buenos Aires mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren. Ohne geht nichts. Mit dem Ding gehen wir also zur U-Bahn Haltestelle Bulnes und legen es wie Könner auf das Lesegerät um zu prüfen wie viel Geld noch auf der Karte ist. 14,25. Mega viel denken wir uns und ab geht es. Was wir nicht wissen, ist dass wir gerade einen Anfängerfehler begannen haben. Das Zeichen für argentinische Pesos sieht dem für US Doller sehr ähnlich und wir haben mal eben 14 Pesos für 14 Dollar gehalten. (14 Pesos sind ca. 30 Cent). Was für ein Glück, dass man auf den Karten in der U-Bahn auch einen Minus Betrag anhäufen kann.

Bei Cathedral steigen wir aus. Allerdings suchen wir die Kathedrale vergeblich. Und kommt einfach nicht in den Sinn, das die Hauptkirche von Buenos Aires aussieht wie ein Gerichtsgebäude. Das sollten wir erst ein paar Tage später merken, nach dem wir ein bisschen gegoogelt haben.

Dafür ist der Plaza deMayo nicht schwer zu finden. Der ist nämlich riesig und überall stehen riesige schwarze Zäune rum. Am Ende steht dann auch das Casa Rosada, hier hat EvitaPerón ihre berühmte letzte Rede gegeben, mit sie sich, auf Grund ihrer Krebserkrankung, aus der Politik zurückzog. Heute ist es leider zu. Ans Hausangrenzend gibt es aber ein Museum. Was für eins wissen wir nicht, aber vielleicht können wir ja etwas über Argentiniens Geschichte lernen.

Das langweiligste Museum der Welt

Das Museum ist wohl das langweiligste Museum der Welt. Zum Glück ist es kostenlos. Es haben sich zwar noch ein paar andere Besucher hierhin verirrt, unter anderem eine ziemlich unglücklich aussehende Grundschulklasse, aber viel ist nicht los. In der Mitte des Raumes gibt’s eine Fotoausstellung, dann steht da Perons Wagen und es wird ein bisschen was über die Präsidenten des Landes seit der Unabhängigkeit erzählt. Alles auf Spanisch versteht sich. Nur manche der Unterschriften sindauf Englisch. Wir sind schnell durch.

Avenida de 9. Julio

Aus irgendeinem Grund wollte ich schon immer eine bestimme Straße hier in Buenos Aires sehen. Immer wieder mal wird sie imFernsehen oder in Zeitungen aus der Vogelperspektive gezeigt. Es ist nämlich angeblich die breiteste Straße der Welt. Ich sag euch eins, von unten ist sie nicht ganz so imposant wie aus der Luft. Es ist halt ’ne Straße mit ganz schön vielen Spuren, Autos und Verkehrsinseln auf die man sich als Fußgänger auf seinem langen Gang über die Straße retten kann, wenn mal wieder eine grüneAmpelphase vorbei ist. Auch wenn die argentinischen Fußgänger sonst rote Ampeln eher als einen Vorschlag ansehen, hier halten sie sich dann doch an das grüneMännchen. Ist vielleicht auch besser so, denn besonders die Busse brettern ohneRücksicht auf Verluste über ihre Busspur.

Die angeblich breiteste Straße der Welt und der dazugehörige Zebrastreifen
Die angeblich breiteste Straße der Welt mit Autos

Steak und Wein!

Ein ziemlich genaues Ziel haben wir heute dann aber doch noch. Und zwar ist das eine Parilla, ein Grillrestaurant, von der wir gelesen haben, dass es gut sein soll. Um da hin zu kommen laufen wir weiterhin etwas ziellos durch die Straßen und finden Lavalle. Eine ziemlich chaotisch wirkende, dennoch moderne Fußgängerzone mitten in der Stadt. Hier gibt es sogar Fahrradstraßen – unglaublich.

in den Straßen von Buenos Aires

Dann stehen wir endlich vor der Parilla, ich hab nämlich schon ziemlich viel Hunger. Wir wurden vorgewarnt, dass auch zum Mittag die Wartezeit relativ lange sein kann. Wir haben aber Glück. Vor uns warten nur zwei andere Paare auf ihre Tische. Keine10 Minuten später sitzen wir vor unseren Speisekarten. Sie sind nur aufSpanisch – immer ein gutes Zeichen. Aber eigentlich ist die Wahl relativeinfach. Wir bestellen Steak. Dazu einen grünen Salat und einen Rotwein. Das mit dem Wein macht man hier so in Argentinien, haben wir uns sagen lassen und so etwas muss man uns nicht zwei Mal sagen!

unser erstes Steak in Argentinien

Wir geben uns geschlagen

Nach dem Essen holt uns das Jetlag ein – oder war es vielleicht der Rotwein?. So oder so, macht sich eine bequeme Müdigkeit breit und es ist Zeit den Rückzug anzutreten und wieder ins Bett zu kriechen. Natürlich ist an Schlaf vor 23 Uhr nicht zu denken und so vertreiben wir uns die Zeit mit Game of Thrones schauen, bei dem wir aber irgendwann während der zweiten Episode einfach einschlafen. Es hat keinen Sinn, wir brauchen Schlaf!

Unsere Unterkunft

AirBnB Apartment in Palermo für 34€/Nacht

Carola
2 COMMENTS
  • Gabriele Simons
    Antworten

    Wie immer toller Blog. Ich freue mich jedesmal aufs Lesen

    1. Carola
      Antworten

      Danke!! Der nächste ist schon in der Mache!

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