Ein paar Tage auf Cape Cod

Ein paar Tage auf Cape Cod

Weltreise Tage 329-331 (27.09-29.09)

Es ist Samstagmorgen und die Fähre legt bei strahlend blauem Himmel in Oak Bluffs auf Martha’s Vineyard an. Einer Insel direkt vor Cape Cod. Wir haben kurze Hosen an und jetzt schon unsere Pullis ausgezogen. Das Wetter heute verspricht grandios zu werden. Ein perfekter Tag um die Insel der Reichen und Schönen anzuschauen, aber erst mal gehen wir Karussell fahren…

Wir lassen uns Zeit

Aus Boston geht es heute morgen immer Richtung Süden. Unser Ziel ist die Halbinsel Cape Cod, eigentlich ja nur eine Notlösung, denn eigentlich wollten wir ein paar Tage auf Martha’s Vineyard verbringen, einer Insel vor der Küste Neu Englands. Hanno hat nämlich auf der Reise gleich zwei Bücher gelesen, dessen Handlung auf Martha’s Vineyard spielen und jetzt wollten wir uns die Insel einfach mal gerne persönlich ansehen. Außerdem machen Die Obamas, die Clintons, Meg Ryan, Diane Sawyer und viele andere reiche und berühmte Leute hier dauernd Urlaub. Unsere Logik: wenn die, die überall auf der Welt Urlaub machen können, immer wieder zum Vineyard fahren, dann muss es da auch schön sein. Was wir allerdings ausgeblendet hatten, es ist da dummerweise auch furchtbar teuer. Viel zu teuer für unseren kleinen Backpacker Geldbeutel. Also heißt unser neues Ziel Cape Cod, Falmouth um genau zu sein, denn von dort kann man bequem mit der Fähre nach Martha’s Vineyard übersetzen. Perfekt!

Aber bevor wir dort ankommen machen wir erst mal Mittagspause in Quincy, parken das Auto direkt am Strand und essen unsere Sandwiches auf der Mauer sitzend und aufs Meer schauend. Es geht wirklich nicht viel besser! Für die ca. 120 Kilometer brauchen wir dann insgesamt gute drei Stunden wir haben nämlich keine Lust auf Autobahn. Hanno fährt und ich lotse uns entlang kleiner Küstenstraßen und durch süße Dorfkerne bis wir eine der beiden Brücken erreichen, die uns auf das Cape führen. Jetzt sin des nur noch 15 Kilometer und wir fahren irgendwo in einer Wohngegend in Falmouth, mitten im Wald, direkt an einem See auf Cathy’s Grundstück.

Zuhause bei Cathy

Cathy und Honey, ihr persönlichkeitsgestörter Golden Retriever, warten schon auf uns und zeigen uns das Haus und unser Zimmer. Dabei geben die beide ununterbrochen Geräusche von sich. Cathy redet und Honey bellt. Das Haus ist wirklich wunderbar und die riesen Veranda perfekt, die müssen wir gleich mal ausprobieren. Aber erst einmal geht es weiter mit dem Rundgang. Im Garten zeigt sie uns ihre Außendusche und die Komposttoilette. Zum Glück werden wir nicht gezwungen sie zu benutzen, im Haus gibt es auch ein normales Bad. In der Küche erklärt sie uns ganz stolz ihren Wasserkocher. Cathy hat wohl nicht oft Gäste aus Europa…

Auch wenn Sie uns nicht wirklich zu hört und unsere Unterhaltung eher einseitig ist, ist Cathy furchtbar nett und lässt uns sogar ihre Waschmaschine nutzen. „Ich habe immer das Kurzwaschprogramm an und wasche nur auf kalt, um die Umwelt zu schonen.“ Grundsätzlich ja ein nobles Unterfangen, aber wer schon mal in den Staaten gewaschen hat, weiß dass auch bei heißem Wasser die Wäsche nicht wirklich sauber wird…jetzt wo ich das so schreibe, fällt mir auf, dass es dann ja auch eigentlich egal ist ob heiß oder kalt, Cathy macht also alles richtig…

Naja, wir dürfen auf jeden Fall waschen, und haben abends wenigstens wieder frisch riechende Wäsche. Über die nicht entfernten Flecken machen wir uns keine großen Gedanken. Unsere Klamotten waren das letzte Jahr in den abenteuerlichsten Waschsituationen, da überleben sie auch die amerikanischen Maschinen. Kurzwaschprogramm und Trockner brauchen insgesamt eine Stunde, die wir uns, wie gute Amerikaner, mit einem kalten Bier und einer Tüte Chips auf der Veranda vertreiben. When in Rome…

Clam Chowder

Nach der Waschaktion steht heute noch ein Programmpunkt auf der Liste, wir wollen was zu Abend essen. Cathy wohnt ungefähr 6 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Es gibt weder Busse, Taxis noch Fahrräder. Zumal letzteres an Selbstmord grenzen würde. Weder Licht noch Fußgängerwege gibt es und die Anwohner haben bestimmt noch nie einen Fahrradfahrer auf ihren Straßen gesehen. Wir sind unglaublich froh uns für den Mietwagen entschieden zu haben. Sonst müssten wir heute kläglich verhungern.

Cathy hatte uns ein paar Restaurant Tipps gegeben, und einen davon testen wir jetzt aus. In Woods Hole, direkt neben der Anlegestelle der Fähre ist das kleine Restaurant Shuckers. Es gibt zwar einen kleinen Innenraum, aber eigentlich punkten sie mit ihrem Außenbereich. Die Tische stehen teilweise auf einem Ponton direkt im kleinen Yachthafen, und genau dort setzten wir uns hin. Es ist zwar ziemlich frisch, aber egal. Hier ist es wunderbar!

Wer schon mal in Neuengland war, weiß: hier isst man Meeresgetier aller Art und das machen wir jetzt auch. Hanno bekommt Lobster Mac and Cheese (viel amerikanischer geht es nicht) und ich esse Clam Chowder und nen Cesar Salad – so wegen der Vitamine. Alles ist super lecker. An die Preise müssen wir uns allerdings erst mal wieder gewöhnen. Wir sind halt nicht mehr in Südamerika…

Woods Hole am Abend

Martha’s Vineyard, das amerikanische Sylt

Am nächsten Morgen geht`s früh los. Wir wollen auf die Insel. Die Fähre fährt von Woods Hole ab, aber dort gibt es kaum Parkplätze. Deshalb fahren wir auf einen Sammelparkplatz irgendwo im nirgendwo. Von hier soll uns ein Bus dann zum Fähranleger bringen. “Können wir zum Parkplatz zu Fuß laufen?” Cathy schaut uns ziemlich entgeistert an. “Nein, das ist viel zu gefährlich!” Na gut, dann halt Auto und die Parkgebühren zahlen. Wie gesagt, Amerika ist ein Autoland.

Der Transfer ist ziemlich gut organisiert und wir sitzen `ne Viertelstunde später mit einem Hobby Baseball Team mittleren Alters in einem alten Schulbus und werden zur Fähre kutschiert. Am Anleger sind die Tickets schnell gekauft und dann sitzen wir auch schon auf dem Oberdeck, lassen uns die Sonne auf die Bäuche scheinen und warten, dass es los geht.

Die Überfahrt dauert 45 Minuten und dann legen wir gegen 10:00 Uhr auch schon in Oaks Bluff an. Die Sonne scheint, es ist keine Wolke am Himmel und es verspricht ein wunderschöner Sommertag zu werden, so Ende September, echt cool. Ich vergesse aber auch ständig, dass die Ecke hier in den USA auf der Höhe von Barcelona liegt, zehn Breitengrade südlich von Hamburg! Kein Wunder dass es zu dieser Jahreszeit noch so schön warm ist. Allerdings sind das Gedanken die ich im Nachhinein habe, an unserem Marthas Vineyard Tag freuen wir uns einfach über das schöne Wetter.

Unser erster Eindruck von Oaks Bluff: Toll! Alles ist herausgeputzt, der Rasen einheitlich auch 1,5 cm gekürzt und die Häuser scheinen eben erst alle einen neuen Anstrich bekommen zu haben. Es gibt kleine Cafés und Boutiquen und mich erinnert es sehr an Sylt. Ein Gefühl, dass mich den ganzen Tag begleiten wird. Mitten im Dorfkern steht ein altes Gebäude, dessen einzige Aufgabe es ist, das alte Holzkarussell im Inneren vor Wind und Wetter zu schützen. Es ist nämlich das älteste Karussell der Staaten. Leider ist es erst ab 11 Uhr in Betrieb und dummerweise wird mir auf Karussells sowieso immer schlecht, also lassen wir das mit der Fahrt erst mal sein. Dafür gehen wir jetzt in die Lebkuchensiedlung.

Lebkuchenhäuschen

Was wir uns darunter vorstellen sollen, wissen wir nicht genau aber es klingt skurril genug, so dass wir unbedingt hin müssen. Und das ist es auch! Auf einem Areal, dass sich Oaks Bluff Campground (Campingplatz) nennt stehen ca. 300 bunt angemalte und detailreich verzierte Holzhäuschen. Teilweise sind sie ganzjährig bewohnt, aber hautpsächlich sind es Ferienhäuschen. Kleine Fußgängerwege verbinden die Hütten. Autos und Fahrräder dürfen sich nur eingeschränkt bewegen.  Wir schlendern entspannt zwischen den Häuschen durch und machen Fotos ohne Ende, mit uns tun das auch noch ein Haufen anderer Touristen. „Für die Anwohner muss das schon ziemlich nervig sein“, denke ich mir, aber dann wiederum: „Wenn man hier her zieht, dann weiß man ja, auf was man sich einlässt.“ Also schieße ich einfach noch ein paar Fotos.

Die Häuser sind schon spektakulär. Sie passen halt auch einfach mal überhaupt nicht nach Amerika und auf die schicke Insel irgendwie auch nicht. Naja, die Insel war bestimmt nicht immer schick und angesagt, denn wie wir später noch rausfinden, heißt der Campground so, weil hier die Leute früher tatsächlich gezeltet haben. Hier trafen sich nämlich ab Ende des 19. Jahrhunderts Methodisten aus ganz Neuengland und haben hier religiöse Sommercamps, mit viel beten und singen und so, abgehalten. Erst haben sie jahrelang in Zelten geschlafen und irgendwann wurden eben die Häuschen gebaut.

Haus Klönschnack – Norddeutsche gab es wohl auch unter den Methodisten

Edgartown

Da es verdammt teuer ist mit dem Auto auf die Insel überzusetzten, gibt es ein ziemlich gutes Bussystem das die Touristen von Ort zu Ort karrt. (Oder hat man die Überfahrt mit dem Auto so teuer gemacht, damit die Leute das Bussystem nutzen? Egal.) Das Tagesticket kostet 10 $ pro Person und damit können wir den ganzen Tag nach Lust und Laune so viel Bus fahren wie wir wollen – und das machen wir auch. Unser nächster Stopp heißt Edgartown.

Bevor Martha`s Vineyard die Insel der Reichen und Schönen wurde, waren hier hauptsächlich Fischer – und noch früher Walfänger – ansässig. Teilweise lagen hier richtig große Schiffe im Hafen. Die Kapitäne dieser Schiffe haben sich alle in Edgartown niedergelassen, und so sieht es hier auch aus. Ein Haus ist schöner und prächtiger als das Nächste. Säulen und überdachte Verandas zieren jedes Anwesen und es gibt mindestens eine amerikanische Flagge pro Villa, die lässig im Wind weht. Auch hier sind die Rasen einheitlich auf 1,5 cm geschnitten und kein Unkraut wagt es auch nur seinen Kopf zwischendurch zu schieben.

Ein bisschen sieht Edgartown aus wie eine Kulisse. Man hat nicht das Gefühl, dass hier noch viele Menschen ganzjährig leben. Schon allein von der Anzahl an Porsches zu urteilen hat man hier seinen Zweitwohnsitz, ist ein paar Wochen im Jahr anwesend und beschäftigt das übrige Jahr lang eine Armee von Haushaltshilfen, die das Grundstück ansehnlich halten. Eigentlich schade, für die Einheimischen scheint die Insel zu teuer zum leben zu sein, man muss aufs Festland ausweichen. Genau so hat es übrigens auch Cathy viele Jahre gemacht. Sie hat in einer Schule auf der Insel unterrichtet und ist jeden Tag mit der Fähre vom Festland gependelt. Klingt ziemlich genau so wie das was auf Sylt passiert…

Erinnert ihr euch noch an den Film „Der weiße Hai“ aus den Siebzigern? Der spielt hier. Edgartown ist sozusagen die Kleinstadt Amity. Sogar die Brücke, die vom Hai zerstört wird, gibt es wirklich. Das aber nur so am Rande.

Wir vertreiben uns die Zeit noch ein bisschen und laufen entspannt und ziellos umher, bis mein Magen knurrt. Zum Glück verkaufen sie am Hafen Clam Chowder, davon kann ich nicht genug bekommen. Mit 5 $ auch ziemlich günstig. Dafür geben wir das gesparte Geld später für das teuerste Eis der Welt aus. Jeder eine Kugel – dafür wollen die jeweils 5 $. Uns fällt die Kinnlade runter, wir wollen aber Eis, also wird bezahlt…

Mit dem Bus über die Insel

Martha`s Vineyard hat noch mehr zu bieten als Karussells und weiße Haie und deshalb lassen wir uns jetzt mit dem Bus an die äußerste südwestliche Spitze fahren. Anderthalb Stunden inkl. Umsteigen dauert die Aktion – die Insel ist um einiges größer als gedacht. Auch wenn die roten Klippen und der Leuchtturm von Aquinnah jetzt kein absolutes Highlight sind, war die Fahrt hier hin schon ganz schön, einfach um mal die Insel kennen zu lernen.  

Allerdings sind wir jetzt ein bisschen in Zeitstress. Wir müssen nämlich noch vor 18 Uhr in Menemsha ankommen, einem kleinen Fischerdorf in dem es tolles Seafood direkt aus dem Meer geben soll – der kleine Laden macht aber eben um 18 Uhr zu. Unser Zeitmanagement lässt uns nicht im Stich und wir stehen um 17:15 Uhr in dem Laden in der Schlange und warten darauf Crab cakes, Lobster Rolls, Salmon cakes, Coleslaw und Potato Salad zu bestellen.

Ein bisschen enttäuscht sind wir schon von unserer Beute. Vielleicht hätten wir doch den Hummer essen sollen, der und die Austern scheinen hier der Renner zu sein… aber irgendwie konnten wir uns nicht dazu durchringen. Ist schon ganz schön teuer, so ein Tier.

Nach Menemsha kommt man wohl auch, um den Sonnenuntergang mit zu erleben und langsam wird es voll an dem kleinen Strand. Hanno und ich machen noch eine kleine Pause auf `nem Baumstamm und genießen das tolle Licht, aber als es dann langsam ziemlich frisch wird, lassen wir den Sonnenuntergang sein Ding machen und nehmen den nächsten Bus in Richtung Vineyard Haven. Hier fährt unsere Fähre ab und hier hoffen wir, dass wir irgendwo noch ein Bier oder ein Glas Wein bekommen.

Trocken

Das mit dem Bier ist einfacher gesagt als getan. Als wir in Vineyard Haven ankommen, ist die Sonne endgültig untergegangen und das haben sämtliche Geschäfte im Ort zum Anlass genommen um die Bürgersteige hoch zu klappen. Es ist Samstagabend und hier ist einfach nichts los! Unglaublich. Dazu muss man sagen, dass Martha`s Vineyard lange Jahre eine trockene Insel war – ich weiß, kaum zu glauben, bei diesem Namen. Es gibt noch einige Ortschaften wo es bis heute keinen Alkohol zu kaufen gibt und in einigen wird auch immer noch kein harter Alkohol ausgeschenkt, aber Vineyard Haven gehört da nicht dazu. Von Bars und Pubs scheinen sie trotzdem nichts zu halten und das einzige Restaurant das wir finden ist ein Chinese. Auf Reiswein haben wir keine große Lust, also nehmen wir die nächste Fähre zurück auf Festland und trinken zu Hause noch ein Bier. Ist sowieso viel gemütlicher.

Fazit

Auch wenn Martha´s Vineyard für normal Sterbliche unerschwinglich geworden ist, lohnt sich ein Tagesausflug unbedingt. Es lag bestimmt auch an dem wunderbaren Wetter, dass wir hatten, aber die Insel ist toll! Alles ist wie geleckt, schön erhalten und einfach so unglaublich amerikanisch. Wer in der Gegend ist, sollte unbedingt mal vorbei schauen – und bei Cathy kann man wirklich gut wohnen…

Richtig amerikanisch frühstücken

Unser zweiter und letzter ganzer Tag auf Cape Cod beginnt mit einem total amerikanischen Frühstück in der „Pickle Jar Kitchen“ in Falmouth. Hanno bestellt zwei Blaubeerpfannkuchen und ich bekomme Hashbrowns, was es genau ist, weiß ich aber nicht. Dazu gibt es Kaffee so viel wir wollen. Die Blaubeerpfannkuchen scheinen sich auf dem Weg von der Küche allerdings vermehrt zu haben, plötzlich sind es nämlich drei (wir zahlen nachher aber nur die zwei. Scheint wohl keiner in Amerika je nur zwei Pancakes zu bestellen, der Koch muss gedacht haben, es wäre ein Fehler). Hashbrowns sind, wie sich herausstellt, ein Pfannengericht, mit Speck, Ei, Kartoffelstückchen und in meinem Fall Grünkohl. Alles wird mit ordentlich Öl angebraten und die Portion ist natürlich riesengroß. Es wird euch jetzt vielleicht überraschen, aber so sehr wir auch kämpfen, wir schaffen unser Frühstück nicht ganz.

Ziellos umher fahren

Da wir nun mal in Amerika sind, passen wir uns natürlich auch den Gegebenheiten an. Aus unserem ziellos umher laufen wird heute die Disziplin ziellos umher fahren. Wir wollen das Cape erkunden. Wir fahren durch Yarmouth, Harwich und Chatham, steigen aus wo es uns gefällt und fahren weiter, wo es uns nicht gefällt.

Die Örtchen sind wirklich schön. Die typisch amerikanischen Holzhäuser sind meistens weiß gestrichen und die Fensterläden dunkel abgesetzt. Auf der Main Street reihen sich Cafés, Antiquitäten Läden und Eisdielen an einander. Die Städtchen strahlen allesamt eine gewisse Ruhe aus, so als wäre die Welt hier noch in Ordnung, was sie wahrscheinlich auch ist. Genauso stellt man sich das Bilderbuch Amerika vor, von dem man immer hört und liest. Uns gefällt`s.

Am Strand von Chatham…
Auch hier dürfen die amerikanische Flagge und ein paar Kürbisse nicht fehlen

Kürbisse!

Wir sitzen mal wieder im Auto und fahren in Richtung Norden, da sehen wir rechts plötzlich eine Kirche und davor eine riesige Rasenfläche voller orangener Kürbisse. Hanno reagiert schnell und biegt auf den Parkplatz ab. Es ist fast Oktober und die Amerikaner bereiten sich auf Halloween vor – aber wie! So viele Kürbisse haben wir noch nie auf einem Haufen gesehen. Aufgeregt und mit den Kameras in der Hand, hüpfen wir durch das Kürbisfeld. Die Senioren, die den Verkaufsstand bemannen schauen uns eher gelangweilt dabei zu. Hinten, in der anderen Ecke des Feldes, geht es einer Familie genau so wie uns. Es gibt also noch andere verrückte Menschen wie wir – wie sich später herausstellt, übrigens auch Deutsche…

Provincetown

Es ist gerade erst Mittags, also beschließen wir noch bis an die äußerste Spitze nach Provincetown zu fahren. Der Himmel reißt gerade auch auf und es verspricht noch ein schöner Nachmittag zu werden. Auf dem Weg legen wir einen kurzen Stopp bei einem Flohmarkt ein, der allerdings mehr als enttäuschend ist – in doppelter Hinsicht, übrigens. Der Flohmarkt war schlecht und das Autokino auf dessen Parkplatz der Markt abgehalten wurde, war geschlossen…Als Erklärung: wir wollen beide schon seit Langem mal ins Autokino.

Dann sind wir aber auch schon in Provincetown, einem ganz besonderen kleinen Städtchen. Man hat das Gefühl, dass man in Provincetown nie schlecht drauf sein kann, so farbenfroh wie es hier ist. Alles ist klein und niedlich, die Straßen sind von weißgestrichenen Cottages gesäumt und jedes zweite Haus ist eine Kunstgalerie. Es ist wirklich gemütlich und entspannt. Es ist Sonntag, die Sonne scheint und die Stadt ist voll von Touristen, alles geht gemächlich zu. P`town, wie die locals sagen, ist übrigens ein sehr beliebtes Urlaubsziel für Schwule und Lesben, vielleicht ist es deswegen auch so entspannt hier.

Wir schlendern über die Main Streeet, schauen durch die Fenster der Galerien, schauen uns kitschige Souvenirläden an, probieren selbst gemachten Fudge, essen Hotdogs und hören einer Straßenmusikerin zu. Irgendwann laufen wir an einem Pub vorbei. Drinnen ist es voll bis auf den letzten Platz und wir hören abwechselnd Jubel und frustriertes Aufschreien. Heute ist Football und es spielen die New England Patriots. Draußen werden gerade zwei Plätze mit Blick auf die vorbeilaufenden Menschen frei – Perfekt! Schnell sind zwei Bier und ein Teller Chicken Wings bestellt (Ihr wisst ja, wenn im Rome…) und dann genießen wir einfach das in der Sonne sitzen und das Leute beobachten. Die Welt ist gut.

Irgendwann raffen wir uns auf, schlendern zum Auto und fahren zurück nach Hause. Ein ziemlich perfekter Tag geht zu Ende und damit leider auch unsere Zeit auf Cape Cod. Morgen Vormittag schmeißen wir unsere Rucksäcke wieder ins Auto und es geht ab nach Westen…

Unsere Unterkunft

3 Nächte in Cathy’s AirBnB in Falmouth für 94€/Nacht

Carola

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