Welcome to Boston

Welcome to Boston

Weltreise Tage 326-329 (24.09-27.09)

„Welcome to Boston,“ Mit diesen Worten entlässt man uns bei der Immigration in die USA. Wir sind da. In unserem letzten Weltreiseland. Unglaublich! Jetzt beginnen die letzten zwei Wochen unserer einjährigen Weltreise. Wahnsinn! Unser AirBnB ist in East Boston, in der Nähe des Flughafens. Als wir Abends ein bisschen durch die Straßen laufen und nach etwas Essbarem Ausschau halten springen uns nur spanische Schriftzüge ins Auge. Egal wo wir hinschauen, wird Comida Criolla, Mexicana oder Latinoamericana angeboten. In den kleinen Kiosken gibt es Frutas frescas und leche zu kaufen. Wir sind mitten im Latino Teil der Stadt gelandet. So können wir uns leicht akklimatisieren und uns langsam von Lateinamerika verabschieden.

Die 36 stündige Anreise

Ich hatte ja schon mal erzählt, dass es nicht ganz so einfach ist von den USA nach Kuba zu reisen und wir einfach keine Infos bekommen konnten wie es rückwärts funktioniert – also von Kuba in die USA. Das Risiko in Boston länger als nötig bei der Immigration aufgehalten zu werden, stundenlang befragt zu werden und eventuell sogar noch Beweise zu liefern, dass wir auf Kuba auch wirklich den kubanischen Menschen geholfen haben, war uns zu groß, also sind wir einfach über Panama nach Boston geflogen und haben dort noch eine Nacht verbracht. Vielleicht etwas übertrieben, aber uns (besonders mir!) hat es ein besseres Gefühl gegeben.

So kommt es, dass wir am 24.9 morgens um ca. 6:30 Uhr in den Flieger nach Panama einchecken und erst einmal 2,5 Stunden nach Süden fliegen um später dann wieder 6 Stunden nach Norden zu fliegen…Da man keine CUC aus Kuba ausführen darf und sie dem entsprechend auch nirgends ausserhalb umtauschen kann, bleibt uns nichts anderes übrig als uns in der Schlange vor der langsamsten Wechselstubenmitarbeiterin der Welt anzustellen – zum Glück hatte uns Andy gestern im Hostel noch gesagt, wir brauchen viel Zeit am Flughafen – mindestens 3 Stunden – jetzt wissen wir auch wieso. Irgendwann ist diese Strapaze dann aber auch erledigt und wir suchen uns etwas Essbares.

Der Flughafen in Havanna ist jetzt kein Highlight. Es gibt weder ein Kino, noch einen Pool oder ein Shoppingcenter mit Indoor-Wasserfall. Sie haben aber eine Cafeteria wo es erstaunlich guten Kaffee gibt und sogar essbare Sandwiches. Schlauerweise hatte ich noch ein paar CUC zur Seite gelegt und die hauen wir jetzt erst einmal für Frühstück auf den Kopf.

Der Flug ist dann relativ unaufgeregt und am späten Vormittag fährt uns unser Uber zur Unterkunft in der Nähe vom Flughafen in Panama City. Wie auch schon in Costa Rica, ist es ein Zimmer in einem Wohnhaus, ähnlich wie bei AirBnB. Es gibt sogar eine Küche die wir nutzen können. Dummerweise steht uns das alles, inkl. Zimmer erst ab 14:30 Uhr zur Verfügung – es ist gerade mal 12 Uhr. Hmmm… Etwas ratlos schauen wir uns an, da hat Constanca unser Host, einen wunderbaren Vorschlag: „Ich fahre jetzt meinen Sohn abholen, und kann euch an der Mall rausschmeißen.“ Na gut, dann hängen wir eben dort ab.

Kulturschock

Wir sind beide furchtbar müde und hungrig und eigentlich wollen wir viel lieber ins Bett, aber wenn wir schon mal hier sind, dann können wir auch das Thema Hunger angehen. Der Food court ist schnell gefunden – und dann stehen wir vor einem Problem. Wir sind völlig überwältigt. Nach zwei Wochen Kuba stellt uns das Überangebot an Nahrung vor eine Herausforderung. Wir wissen gar nicht genau wo wir anfangen sollen und laufen erst einmal gute zehn Minuten im Kreis. Irgendwann sitzen wir dann aber mit Essen am Tisch und sind glücklich. Dann stellt sich auch noch heraus dass es in der Mall kostenloses WiFi gibt – oh du wunderbarer Fortschritt der Technik. Unsere Wartezeit ist gerettet.

Den Nachmittag verbringen wir damit ziellos umher zu laufen und nach bequemen Sitzmöglichkeiten Ausschau zu halten. Es gibt keine. Zumindest nicht in den Gängen. In den Geschäften wimmelt es nur so von bequemen Sofas. Auch dafür entwickeln wir schnell eine Strategie. Ich gehe einfach ein bisschen bummeln und schaue mir die Klamotten in den Geschäften mit den bequemsten Sofas an während Hanno auf der Couch sitzt und im Internet surft. Gut gelöst, finde ich.

Nach einer gefühlten Ewigkeit ist es dann auch 14 Uhr, wir kaufen uns noch schnell was zum Abendessen und Frühstück im Supermarkt und lassen uns dann von einem Uber in unser neues Zuhause fahren. Es ist Zeit fürs Bett. Und da verbringen wir auch den restlichen Tag, schauen Netflix und dösen vor uns hin.

Ein letztes Mal Spanisch sprechen

Unser Flug nach Boston ist erst so gegen 13 Uhr. Wir können also ganz entspannt morgens aufstehen, Müsli futtern und uns ein Uber rufen. Ein letztes Mal bedanken wir uns auf Spanisch bei unseren Hosts, ein letztes Mal sage ich dem Fahrer auf Spanisch wo es hin geht und schon stehen wir am Flughafen, schultern mit einem letzten Gracias unsere Rucksäcke und suchen den Check-in Schalter. „Haben Sie ein gültiges ESTA?“ „Ja“ „Dann sind hier ihre Boardingpässe.“ Auf geht’s in die USA! Natürlich nicht ohne vorher noch mal was zu essen, wir haben nämlich die Billigklasse gebucht und bekommen kein Mittagessen im Flieger und wer weiß wann sich das nächste Mal die Gelegenheit bietet.

Welcome to Boston

Sechs Stunden später landen wir pünktlich in Boston. Um nicht ewig in ellenlangen Schlangen vor der Sicherheitskontrolle zu stehen legen wir den Weg aus dem Flugzeug im Eilschritt zurück und ich verzichte sogar auf die Toilette. Warten müssen wir aber trotzdem, zumal ich ein unglaubliches Talent habe, mich immer in die falsche Schlange zu stellen und das auch dieses Mal tue. Irgendwann ist der Moment dann aber gekommen und ich trete vor den Mann der mit seinem Stempel die Macht hat mich in die USA einreisen zu lassen – oder eben auch nicht. Aus früheren Einreisen meine ich mich zu erinnern, dass einem unglaublich viele Fragen gestellt werden. Wo wohnst du? Was machst du hier? Wo warst du als letztes? Hast du Verwandte in den USA? Ich bin gewappnet. Dann das große Antiklimax: Kurzer Blick in den Pass seitens des Beamten, kurzer Blick in die Kamera von mir und mit einem „Welcome to Boston“ gibt’s nen Stempel und den Pass zurück. Wie, das war’s? Bei Hanno verläuft’s genau so einfach.

Am Gepäckband bekommen wir dann aber zu unserer großen Freude doch noch ein bisschen USA Einreisewahnsinn mit. Ein Beamter läuft mit einem Beagle durch die Reisenden und lässt den Hund frei schnüffeln. Hanno und ich schauen uns fragend an „Warum ein Beagle?“ Keine 10 Sekunden später haben wir unsere Antwort. Die Beamten suchen nicht etwa nach illegalen Substanzen oder so, nein sie suchen Essen, das nicht eingeführt werden darf – Obst, Gemüse, Samen – und die kleinen verfressenen Beagle sind da anscheinend Gold wert, neben uns hat der Hund nämlich gerade was erschnüffelt. Das arme Mädel hatte wohl vergessen, dass sie noch ein paar Äpfel als Reiseproviant dabei hatte und wird erst mal abgeführt. Bin ich froh, dass wir ständig Hunger haben und schon alles aufgefuttert ist.

Unser neues Zuhause

Auch hier am Flughafen gibt es überall Wifi und nachdem wir rausgefunden haben wo im Terminal wir uns befinden und wo die Uber Wartestation ist (gar nicht so einfach sag ich euch) ist das Taxi auch schnell bestellt – stolze 12 Dollar kostet uns die fünf minütige Fahrt. Willkommen im Kapitalismus. An die Preise müssen wir uns erst einmal wieder gewöhnen. Unser AirBnB direkt in der Nähe vom Flughafen ist bezahlbar (wenn man 100 € für ein Zimmer mit geteiltem Bad bezahlbar nennen kann) und die Anbindung an die Innenstadt ist in Ordnung. Wir sind zufrieden.

Jetzt sind wir da, in den USA. in unserem letzten Land. Eigentlich wollten wir  ja nur ein paar Tage in New York verbringen. Dass wir jetzt zwei ganze Wochen hier sind, das war eher eine spontane Aktion und so ganz können wir es noch nicht fassen, sitzen erst mal so da und lassen alles auf uns wirken. Dann siegt aber der Hunger und wir trauen uns raus auf die Straßen in East Boston – und werden von jeder Häuserecke mit spanischen Worten begrüßt. Die Cafés preisen ihre Empanadas an und die kleinen Lädchen verkaufen alles was das Latino Herz begehrt. East Boston, wie wir erfahren, ist die Latino Nachbarschaft von Boston. Wir fühlen uns gleich wie zuhause.

Im großen Supermarkt sind wir dann aber komplett in Amerika. Milch gibt es nicht in Liter Flaschen sondern wird in Galonen verkauft, Müslipackungen gibt es in Kilo Packungen und die Softdrinks Abteilung nimmt die Hälfte des Ladens ein. In unserem Korb landen heute Toastbrot, Wurst, Käse, Senf, Kaffee, Milh und Müsli, zwei zuckerhaltige Softdrinks von denen wir in Europa noch ne gehört haben, sowie eine Alibi Tomate.

Der Freedom trail

Frei nach dem Motto: Wir schauen mal, dann finden wir schon das, wonach wir suchen. Haben wir uns nicht wirklich darum gekümmert wie wir unseren einzigen Tag in Boston gestalten wollen. Ich war zwar vor Jahren schon mal da, kann mich aber nicht mehr an vieles erinnern. Für Hanno ist es das erste Mal. Also, dachten wir uns, ist alles was wir machen neu und gut.

Morgens packt uns dann aber doch kurzzeitig die Planungslaune und während wir unser mit Zucker gefülltes Müsli löffeln googeln wir. Zum Glück, sag ich euch. Boston ist nämlich der Schauplatz für ziemlich viele Ereignisse im amerikanischen Unabhängigkeitskampf und das nette Bostoner Tourismusbüro hat eine rote Linie (den Freedom Trail) durch die ganze Stadt gemalt, die an allen Schauplätzen und wichtigen Denkmälern vorbeiführt. Unser Tag ist geplant. Wir laufen den Freedom Trail. Einer roten Linie folgen, das können wir und klingt herrlich entspannt. So als würden wir den ganzen Tag einfach einem Tourguide hinterher laufen, aber ohne einer nervigen Tourgruppe anzugehören oder ständig zuhören zu müssen. Also genau unser Ding.

Der Freedom Trail in Boston

Die Tour ist auch wirklich toll. Wir starten am Boston Common, dem ältesten öffentlichen Park in den USA. Dann geht es weiter an Friedhöfen vorbei in denen Leute wie Samuel Adams, und die Franklins begraben sind. Auch die Kirche wo damals die Boston Tea Party organisiert wurde ist Teil des roten Pfades. Wir genießen die Mischung aus Geschichte und Umherschländern und stoppen immer wieder mal um unseren Zuckerhaushalt (wir sind ja schließlich in den USA) durch M&Ms auf einem akzeptablen Hoch zu halten.

Friedhöfe gibt es reichlich in Boston

Boston ist eine der ältesten Städte in den USA und es stehen noch unglaublich viele alte Häuser rum. An Hochhäusern mangelt es in der Innenstadt aber auch nicht und es ist genau der Kontrast der diese Stadt ausmacht. Uns gefällt sie unglaublich gut und je mehr wir rumlaufen, desto besser finden wir Boston. Liegt vielleicht auch daran, dass die Stadt sehr europäisch wirkt. Sobald man den Stadtkern verlässt, gibt es nämlich auch keine Hochhäuser mehr. Ach so, und vielleicht auch an der Sonne. Denn obwohl es Ende September ist, haben wir Temperaturen wie im Sommer – angenehme 25 Grad und strahlend blauen Himmel.

Wohnviertel in Boston

Quincy Market

Als hätten wir es geplant sind wir gegen Mittag am Quincy Market, Bostons Foodie Paradies. Quincy Market war schon immer der Markplatz der Stadt und diese Tradition haben die Bostonians aufrecht erhalten. Heute kann man weniger Gemüse und Obst kaufen, dafür gibt es ein Restaurant und Café neben dem nächsten. Man kann zwischen New England Lobster, Pizza, Philli Cheese Steak, Sushi, Pierogi und Dutzenden anderen Köstlichkeiten aussuchen. Als Nachttisch locken Donuts, Eis, Schokoladen, Crepes und ich weiß nicht was noch alles. Wir wissen auf jeden Fall nicht wo wir anfangen sollen und laufen die Markthalle gleich zwei Mal ab.

Unsere Wahl fällt letztendlich auf Pizza. Ein Stück für uns beide. Wir wollen uns nämlich gerne durch Boston futtern und da müssen wir langsam anfangen, aber das Stück ist so riesig, da teilen kein Problem. Hier am Markt lassen wir uns Zeit und machen Mittagspause, hören den Straßenmusikern zu und gucken einfach…

Qunicy Market
In der Markthalle

Dann geht es aber weiter – erst mal den roten Pfad suchen und dann ab in Richtung Little Italy. Hier hat nämlich Paul Revere gewohnt. „Der Mann der Nachts irgendwo hin geritten ist und was verkündet hat.“ Für mehr reichen mein US amerikanisches geschichtliches Wissen nicht mehr, aber ich finde ich habe es schon ganz gut getroffen. Wie uns Wikipedia später ausführlicher erklärt war Paul Revere der Mann, der die Bevölkerung und die Milizen in Boston und den umliegenden Dörfern gewarnt hat, dass die Engländer kommen und so den Amerikanern im Unabhängigkeitskrieg zu einem wichtigen Sieg verholfen hat. Das hat er gemacht, in dem er nachts in Boston in einem Kirchturm eine Kerze anzünden ließ und dann noch zu den umliegenden Dörfern geritten ist um die Nachricht zu verbreiten. (Der Mann der die Kerze für Revere angezündet hat, hat nach seinem Tod einen Ehrenplatz auf dem Friedhof der Kirche bekommen. Nur so nebenbei – wen’s interessiert.)

Paul Reveres Haus

Zur USS Constitution, einem alten Segelschiff aus dem 18. Jahrhundert, schaffen wir es nicht mehr – uns tun die Füße weh – dafür erklimmen wir noch Bunker Hill und machen dort Pause. Es ist 15:00 Uhr und wir sind müde. Der Tag ist aber noch nicht zu Ende. Es gibt noch eine Sache, die ich unbedingt sehen möchte. Das wollte ich schon bei meinem letzten Besuch in Boston und da hat es schon nicht geklappt. Wir fahren nach Cambridge.

Harvard University

Mich haben die Ivy League Universitäten von Amerika schon immer fasziniert. Irgendwie komisch, auf dem Gelände der Uni Heidelberg oder der Uni Würzburg spazieren zu gehen, gehört nicht zu den Sachen die ich unbedingt mal machen will. Wahrscheinlich liegt es daran, dass um Harvard so ein Brimborium gemacht wird. Woran auch immer es liegt, ich will dahin. Also laufen wir die zwei Kilometer zur nächsten U-Bahn und fahren nach Cambridge, das nur ca. 15 Minuten mit der Bahn von Boston entfernt liegt, aber eine komplett andere Stadt ist. Der Flair ist auch ein ganz eigener, wie in einer Studentenstadt halt. Die Stadt ist komplett eingenommen von Harvard Studenten und Lehrkräften und das fühlt man auch. Schon irgendwie cool. Aber irgendwie sind wir beide ganz froh, dass wir keine Studenten mehr sind und zur Uni müssen.

Der Hauptplatz der Uni mit seinen bekannten Gebäuden ist schnell gefunden und es ist schon komisch jetzt einfach so mitten auf dem Gelände von Harvard zu stehen. So ganz wie eine Uni kommt es uns irgendwie nicht vor. Es sind gefühlt mehr Tourgruppen unterwegs, die alle einer Person mit in die Luft gestreckter Fahne folgen, als Studenten. Die paar die wir sehen, haben alle einen etwas genervten Ausdruck im Gesicht. Ständig Slalom um Touris laufen zu müssen stelle ich mir auch nervig vor. Wir laufen noch ein bisschen weiter zwischen den Gebäuden rum, als plötzlich die Tür auf geht und ca. 20 Studenten heraus platzen. Die Mädels in Leggins, die Jungs in Schlafanzughosen – scheint entspannt zu zugehen. Einige tragen Hoodies mit der Aufschrift „Class of 2023″. Erstsemester, 18 Jahre alt – man sind die jung – und man, kommen wir uns alt vor. Zeit zu gehen! Außerdem ist schon fast Abend und wir haben Hunger.

Es sind mehr Touris…
als Studenten unterwegs

Auf der Suche nach Burgern

Leider scheinen sich die Menschen rund um Harvard einige Gedanken um ihre Gesundheit zu machen, und erkannt zu haben, das täglicher Fastfood Verzehr vielleicht keine angemessene Ernährungsform ist (im Gegensatz zum Rest des Landes). Die Straßen sind Mit Poké Bowl, Sushi und Salat Bars gefüllt. Nicht gerade das, was wir uns unter einer zwei-wöchigen USA Diät vorstellen können. Das Zeug gibt es in Deutschland wieder en masse. Wir wollen Burger! Nach ein bisschen Suche wird unsere Hoffnung belohnt. Burger, Curly Fries und Free-refill Cola werden unser Abendessen. Es lebe Amerika!

Ausklang

Da wir nur 14 Tage in den USA haben und in den zwei Wochen so viel sehen wollen wie möglich, werden wir Boston morgen leider schon wieder verlassen, was wir wirklich sehr schade finden. Die Stadt ist toll und wir hätten gerne noch ein paar Tage mehr gehabt, aber so haben wir einen Grund wiederzukommen. Am liebsten würden wir die Stadt heute noch ein paar weitere Stunden auskosten, aber es geht nicht mehr. Wir sind müde. Also machen wir uns nach unserem Burgerfestmahl auf in Richtung AirBnB und lassen den Abend gemütlich in unserem Zimmer ausklingen. Morgen wartet ja das nächste Abendteuer auf uns.

Das Glück ist mit den Doofen

Lange haben wir überlegt wie wir uns in den USA fortbewegen sollen, haben Auto-, Bus- und Zugpreise verglichen und uns letztendlich für einen Mietwagen entschieden. Preislich ist es fast gleich und wir gewinnen so viel an Freiheit, die einfach unbezahlbar ist. Amerika ist ein Auto Land und viele Orte kann man ohne einfach nicht erreichen.

So kommt es, dass wir uns am nächsten Morgen zum Autoverleih im Flughafen aufmachen um unseren Leihwagen abzuholen. 15 Minuten Fußmarsch, fünf Minuten Busfahrt mit den kostenlosen Airport Shuttle und wir sind bei Dollar Rental Car angekommen. Wir haben Glück, die Schlange ist nicht all zu lang und keine fünf Minuten später sind wir an der Reihe. „Führerschein und Kreditkarte, bitte.“ Hanno legt seinen Führerschein auf den Tresen und ich meine Kreditkarte. Kurzer Blick auf beide Dokumente: „Ich brauche eine Kreditkarte die auf den Fahrer, Herrn Rippe, ausgestellt ist.“ Mist, die haben wir natürlich, verpeilt wie wir sind, nicht dabei. „Hmm…geht das nicht mit meiner?“ „Nein tut mir leid, das muss der gleiche Name wie auf dem Führerschein sein.“ „Und können wir den Fahrer wechseln?“ „Da müssen Sie erst die Buchung stornieren und neu buchen.“ Das ist also auch keine Option. Also zurück zum AirBnB, Hannos Kreditkarte holen und wieder zurück laufen.

Die Kartenaktion

Ich muss, glaube ich, ein bisschen ausholen, denn das Problem ist ein etwas komplizierter, als einfach nur eine neue Kreditkarte zu holen. Hanno hatte seine Karte ja vor einiger Zeit verloren, eine neue aber direkt beantragt. Die liegt jetzt sicher bei seinen Eltern in Deutschland, ist aber einsatzfähig. Um nicht immer meine Karte zu belasten, haben wir bei Internetaktionen immer seine Karte genommen – Nummer und Pin haben wir ja – so auch bei der Autoleihaktion. Dummerweise will der Mann jetzt genau die Karte in den Händen halten – bisschen schwierig, die aus Deutschland herzuschaffen.

Hannos Karte zu seinem eigenen Konto ist dummerweise seit ein paar Wochen abgelaufen, die ist also auch keine Option. Aber zum Glück haben wir ja jeder drei Karten mit dabei. (Was, das sage ich euch, schon öfter ein Segen war!) Also wird es Karte Nummer drei – dummerweise weiß er den Pin nicht mehr. Mist, und jetzt? Ich sag es euch, das Glück ist mit den Doofen. Bei der Bank von Karte Nummer drei ist es nämlich möglich den Pin ganz einfach im Online Banking zu ändern – und Internet haben wir!

Also Pin ändern, Karte einstecken und Rucksäcke fertig packen. Jetzt nehmen wir die nämlich gleich mit, um nicht noch mal hin und her fahren zu müssen. Wir wollen heute ja noch wo ankommen. Dann 15 Minuten zur Busstation mit den Rucksäcken laufen und wieder fünf Minuten Bus fahren. Dann bei Dollar anstellen (jetzt sind es leider ein paar mehr Leute) und warten.

Während wir warten können wir noch eine wunderbar unterhaltsame Diskussion zwischen zwei sehr unhöflichen Kunden und einem sehr ruhigen Mitarbeiter verfolgen und dann sind wir dran. Hanno legt Führerschein und Kreditkarte mit seinem Namen auf den Tresen und fünf Minuten später halten wir alle nötigen Papiere in der Hand und folgen den Anweisungen der Mitarbeiterin zu den Autos. „Folgt einfach den Schildern von Dollar Rental zur Tiefgarage. In der Reihe mit dem Schild „Economy“ könnt ihr euch irgendein Fahrzeug aussuchen. Der Schlüssel steckt.“ Cool! Wir haben die Auswahl zwischen Silber, weiß und knallblau. Es wird der knallblaue Toyota – übrigens eine super Wahl. Nicht nur ist das Auto neu, sondern durch seine auffallende Farbe werden wir es die nächste Tage auf jedem noch so großen Parkplatz direkt wieder finden. Perfekt!

Wir schmeißen die Rucksäcke in den Kofferraum und schreiben uns, wie jeder gute Deutsche, jeden Kratzer und jede Delle auf. Beim Rausfahren lassen wir uns jeden Kratzer und jede Delle verifizieren (der Mann schaut uns etwas seltsam an, scheint wohl sonst niemand zu machen) und dann geht es los. Wir fahren in Richtung Süden.

Na ja, erst mal fahren wir nach Norden, dann ungewollt durch einen Zoll-Tunnel, dann einmal quer durch Boston…aber dann fahren wir nach Süden und zwar am Meer entlang.

Wo geht es hin? Das verrate ich euch das nächste Mal.

Unsere Unterkunft

1 Nacht in der La Saloma Airport Lounge in Panama City für 27€/Nacht

2 Nächte im AirBnB in East Boston für 96€/Nacht

Carola

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