Wir setzten auf die Nordinsel über

Wir setzten auf die Nordinsel über

Weltreise Tage 178-180  (29.04-01.05)

Fähre fahren…ein bisschen windig wird es werden, die Wellen ein bisschen höher sein, haben sie über die Durchsage kurz nach Abfahrt gesagt. Das bisschen Wind und die leicht höheren Wellen schaffen es, mich etwas außer Gefecht zu setzten. Ich bin seekrank. Aber auch das geht irgendwann vorbei. Als wir eine gefühlte Ewigkeit später wieder festen Boden unter den Füßen haben, habe ich erst mal Hunger.

Tag 19 Der Tag an dem relativ wenig passiert

Morgens wachen wir auf unserem Parkplatz in Nelson auf. Bis 8 Uhr dürfen wir hier kostenlos stehen, danach muss man Tickets lösen. Da wir ja sowieso noch duschen wollten, springen wir in unseren Schlafanzügen in die Fahrerkabine und fahren die paar Meter zum anderen Parkplatz mit den öffentlichen Anlagen, genannt Super Loo! Erfreulicherweise ist die erste Stunde parken kostenlos und die Duschen haben auch schon geöffnet. 2 NZD mit der Bitte nicht länger als 6 Minuten zu duschen. Hanno ist als erster dran und ich mache Kaffee und Frühstück. Dann bin ich an der Reihe und bekomme von der netten Dame am Tresen sogar noch ein sauberes Handtuch für den Boden, damit meine Füße nicht nass werden.

Während Hanno morgens noch mal in geheimer Mission in der Stadt verschwindet, genieße ich es einfach noch ein bisschen zu lesen und Kaffee zu trinken. Am späten Vormittag fahren wir zum Abschied von Nelson noch in das Boat House Café. Wir hatten das Häuschen schon am Samstag auf unserer Fahrt nach Westen gesehen. Es liegt direkt am Meer, mit Blick auf ein paar Segelboote, eine Insel und einen Leuchtturm. Für Hanno die perfekte Kombination und der perfekte Ort um uns von Nelson loszureißen, was ins besondere Hanno ziemlich schwer fällt. Er hat beschlossen, im Alter nach Nelson auszuwandern… Im Boat House gab es übrigens mega leckeren Mocha Kaffee und ein warmes Brownie mit Karamell durchzogen. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Zurück in Picton

Es hat einen Grund warum wir heute so früh aus Nelson wegfahren. Wie schon mal erwähnt gibt es nahe Picton nur einen kostenlosen Freedom Campingplatz. Die anderen kosten alle ab 50 NZD (ca. 30 €) Dieser eine Campingplatz ist ein Parkplatz kurz vor Picton mit nur 12 Stellplätzen und auch wenn man wollte, ist er so klein das keine weiteren Autos hier Platz finden. Wir haben gelesen, dass er gegen 14 Uhr meistens voll ist, also wollen wir gerne vorher da sein. Um 13:30 Uhr rollen wir auf den Hof. Drei Plätze sind noch frei und wir schnappen uns einen davon. Es dauert keine 20 Minuten und der Parkplatz ist voll. Schwein gehabt!

Den restlichen Tag genießen wir das Nichtstun und ich nutze die viele Zeit, abends die zweite Hälfte von unserem Kürbis mit unserem stumpfen Messer zu zerhacken und daraus einen CousCous Salat mit Feta zu machen. (Es dauert eine halbe Ewigkeit, ist aber mega lecker und genug dass wir auch gleich noch was für morgen Mittag haben) Morgen früh heißt es vor der Sonne aufstehen, denn um 7 Uhr müssen wir beim Einchecken sein.

Auf dem Weg nach Picton
Wein in Hülle und Fülle

Unsere Unterkunft

Collins Memorial Reserve – kostenloser Freedom Campingplatz

Tag 20 – Die Überfahrt nach Norden

Um 5:30 Uhr klingelt der Wecker, um 6:25 Uhr haben wir gefrühstückt, uns angezogen und sind abfahrbereit. Um 6:30 Uhr bekommen wir einen Nachricht, dass die Fähre um mindestens ein Stunde Verspätung hat. Na toll, egal, wir fahren trotzdem schon mal zum Terminal. Jetzt sind wir ja schließlich fertig. Das Check-in funktioniert reibungslos und dann stehen wir in der Schlange und warten, dass sie mit dem verspäteten Boarding beginnen. Hatte ich schon erzählt, dass wir mit unserem Ticket für 260 NZD (ca. 150 €) noch einen Tankgutschein über 30 NZD bekommen haben? Gut ne? Das macht die Warterei allerdings gerade auch nicht besser.

Der nette Mitarbeiter der Fährfirma verkürzt uns die Zeit dann allerdings ein bisschen mit einem netten Pläuschchen. Eigentlich möchte er uns nur über Pilze und Bakterien aufklären, die es auf der Südinsel gibt, schädlich für Pflanzen und Gewässer sind, und nicht auf die Nordinsel geschleppt werden sollen (Schuhe immer schön nach jeder Wanderung putzen) als er dann erfährt dass wir aus Hamburg kommen, meint er: „Letztens habe ich Bremer kennen gelernt, sie haben mir gesagt, wenn ich mal Hamburger treffe, soll ich ihnen ausrichten, dass deren Fußballteam schlecht ist.“ Dem können wir nur beipflichten! Dann dürfen wir auch endlich auf die Fähre fahren und die 1,5 Std später als geplant legt das Schiff ab.

Die Fahrt durch den Sound ist toll. Die Sonne scheint, noch ist das Meer ruhig und langsam ziehen die Berge und Hänge des Marlborough Sounds an uns vorbei. Dann die Durchsage: „Es wird etwas windig und stürmisch in der Cook Strait.“ Wie schlimm kann es schon werden, denke ich mir noch, das Boot ist ja riesig. Und schon werde ich seekrank. Mir geht es nicht so schlecht wie manch anderen Passagieren die nur noch mit Tüten in der Ecke liegen, aber schön ist es nicht. Irgendwann schaffen wir es dann nach draußen, wo es durch die großen Wellen ziemlich naß ist, aber wenigstens lässt die Übelkeit etwas nach. Dann endlich, nach 3,5 Stunden, liegt der ersehnte Hafen in Reichweite und die letzten 30 Minuten sind wieder ganz gut auszuhalten. Um 13 Uhr sitzen wir wieder im Auto und futtern unser Mittagessen. Die Seekrankheit ist zum Glück schon vergessen.

Die Hauptstadt

In Wellington gibt es keine kostenlosen Parkplätze, bzw. es gibt einen aber der ist so weit außerhalb, dass wir beschließen die eine Nacht die wir in Wellington verbringen, uns mal einen bezahlten Platz zu gönnen. Die Lage ist top, direkt am Hafen um am großen Nationalmuseum. Genau gegenüber ist ein riesiger Supermarkt und die Toiletten sind zwar ein Stück weg aber dafür super sauber. Nachteil: es ist wieder ein stinknormaler Parkplatz und er kostet uns 30 NZD (ca. 17 €) für 24 Stunden. Egal, das ist es uns wert. Zumal wir ja auch nur den Nachmittag und den nächsten Morgen in der Stadt haben.

Wellington ist zwar die Hauptstadt, aber fühlt sich trotzdem an wie eine Kleinstadt, oder ein großes Dorf. Mir fällt immer wieder die Aussage ein, die wir anfangs mal irgendwo aufgeschnappt hatten: Wer nach Neuseeland fährt, kommt hier nicht wegen der Städte hin. Wir laufen erst ein bisschen ziellos durch die Gegend um uns zu orientieren und dann geht es ab in die Cuba Street, die wohl hippeste Gegend in Wellington. Wohl die bekannteste Straße in Wellington. Hier soll gerade am Wochenende viel los sein. Bars, Pubs, Restaurants, Cafés, und Klamottenläden reihen sich aneinander. Im Fidels gibt’s nen Kaffee und danach trennen wir uns für ein paar Stunden. Hanno ist noch mal auf geheimer Mission unterwegs und ich schlendere ein bisschen durch die Straßen.

Eigentlich wollten wir abends noch mal Fish n Chips essen gehen, aber es ist kalt, nass und irgendwie haben wir keine große Lust noch mal aus dem Bett zu kriechen. Wir schaffen es gerade noch gegenüber in den Supermarkt, kaufen fürs Abendessen ein und dann gibt es Nudeln mit Tomatensoße und Würstchen.

Wellington Harbour
Ein öffentlicher Sprungturm am Hafen, wer will kann hier runterspringen
Kunst am Hafen
Cuba Street
Im Supermarkt gibt es immer reichlich Cider zur Auswahl

Unsere Unterkunft

Barnett Street Car Park für 30 NZD pro 24 Stunden

Tag 21 Wir fahren zum Mount Doom

Die Nacht war erstaunlich ruhig auf unserem Parkplatz mitten in der Stadt und es ist schon ganz lustig morgens im Bett zu liegen, seinen Kaffee zu trinken und den ganzen Büroarbeitern dabei zu zusehen wie sie im Anzug zur Arbeit laufen. Heute ist übrigens der 1. Mai, es scheint aber kein Feiertag hier zu sein. Die Sonne scheint wieder (was das Wetter angeht sind wir echte Glückspilze, es hat bis jetzt kaum geregnet) und wir beschließen, uns eine Dusche zu gönnen. Auf unserer App haben wir gelesen, dass es nicht weit von hier eine kostenlose öffentliche Dusche gibt. Der Weg entpuppt sich dann doch etwas länger als gedacht, aber wir sehen es als kleinen Morgenspaziergang entlang des Hafens. Gar nicht mal so schlecht, so sehen wir auch noch die bekannte „Solace of the Wind“ Statue und finden das lokale bayerische Brauhaus.

„Solace of the Wind“

Duschen im öffentlichen Klo

Begrüßt werden wir von einer sehr mürrischen Frau, die mich erst ein mal an mault als ich versuche die Tür zur Dusche zu öffnen. Die Tür sei abgeschlossen und sie würde den Schlüssel verwalten. Wir hätten jeweils 10 Minuten. Zusammen duschen ist nicht erlaubt. Ich mache den Anfang und ich kann euch sagen, sich innerhalb von 10 Minuten komplett auszuziehen, zu duschen, die Haare zu waschen und sich wieder komplett anzuziehen ist nicht ganz einfach, besonders wenn man den örtlichen Hausdrachen mit dem Schlüsselbund vor der Tür lauernd weiß. Aber wir haben es beide geschafft und überlebt und laufen frisch geduscht und fröhlich zurück zum Camper.

Und jetzt?

Eigentlich hatten wir vor, noch ein paar Stunden in der Stadt zu verbringen, aber irgendwie will der Funke auch im Sonnenschein nicht so ganz überspringen und wir beschließen, uns jetzt schon mal auf den Weg Richtung Norden zu machen. Wir gehen es lieber etwas gemütlicher an und machen ab und zu mal Pause. Durch die drei extra Tage auf der Südinsel mussten wir ein paar Punkte auf der Nordinsel streichen und haben jetzt auch größere Fahrstrecken vor uns. Heute sind es ca. 400 km die wir zurücklegen werden. Auf eine deutschen Autobahn kein Problem, aber auf den kleinen Straßen hier in Neuseeland werden daraus schnell mal sechs Stunden. Wie steht es hier überall auf großen Plakaten am Straßenrand?: „New Zealand Roads are different, plan extra time.“ Morgen früh haben wir ein weiteres großes Abenteuer geplant und dafür wollen wir heute Abend schon in der Nähe übernachten. Denn der Tag morgen beginnt früh! Um 8 Uhr holt uns der Bus ab.

Ab nach Tongariro

Die Fahrt nach Norden ist heute relativ ereignislos. Spannend wird es kurz vor Schluss. Wir haben uns einen Freedom Campingplatz in der Nähe von unserem Abholort morgen früh rausgesucht und wie immer ist er irgendwo im Nirgendwo. Es ist inzwischen fast dunkel als das Navi uns sagt: „Die Nächste rechts abzubiegen“ – auf eine sehr kleine, aber noch geteerte Straße. Soweit so gut. Dann biegen wir aber auch recht schnell nach links ab – mitten in den Wald. Die Straße ist nicht mehr geteert und noch schmaler. Sie führt uns immer tiefer ins Dickicht und wir so oft fragen wir uns ob wir richtig liegen. Da – ein Schild, der Campingplatz ist in Reichweite. Zwar nicht dort wo die App ihn platziert hat, aber egal. Schilder sind gut. An einer T-Gabelung gibt es dann keine Wegweiser mehr und wir entscheiden uns so kurz vorm Ziel natürlich für die Sackgasse. War ja klar. Dann aber endlich der Platz und es gibt sogar noch ein Plätzchen für unseren kleinen Van. Eine Toilette ist auch vorhanden, ein Träumchen. Zu unserer normalen Abendroutine gesellt sich heute auch noch das Rucksack packen für morgen dazu. Denn… – wir wollen morgen 19 km durch den Tongariro Nationalpark wandern. An einem aktiven Vulkan, dem Mt. Doom, vorbei und durch den Krater eines Erloschenen laufen. Auf uns wartet das Tongariro Crossing. Ein Muss für alle Neuseeland Touristen. Ich bin ein bisschen aufgeregt!

Unsere Unterkunft

Kaimanawa Road Campsite – kostenloser Freedom Platz

Carola

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