Es geht zurück an die Ostküste

Es geht zurück an die Ostküste

Weltreise Tage 173-175  (23.04-25.04)

Robben so weit das Auge reicht. Wir haben noch nie so viele Robben auf einem Haufen gesehen und so nah waren wir ihnen auch noch nie. Wer Robben mag, der ist in Kaikoura genau richtig.

Tag 13 Pancake Rocks

Eigentlich wollen wir in den Osten nach Kaikoura, aber vorher geht es noch mal ca. 60 Kilometer weiter in Richtung Norden. Hier warten nämlich die Pancake Rocks auf uns. Und wenn die Natur schon nach Essen benannt ist, dann muss es ja gut sein, oder? Übrigens, schon alleine die Fahrt dahin lohnt sich. Es ist morgens und die Sonne scheint so wunderbar auf das Meer und die aufsprühende Gischt, dass ein ganz besonderes Licht entsteht. Wir halten öfters mal an, weil wir es einfach nicht lassen können, Bilder davon zu machen.

Die Pancake Rocks befinden sich direkt an der Küste und die Neuseeländer haben einfach mal einen Nationalpark drum herum gebaut. Auf einem kleinen Rundweg kommt man an alle den besten Aussichtpunkten vorbei und es wird auf diversen Tafeln noch etwas über die Steine erzählt. Denn, wie der Name schon vermuten lässt, sehen sie aus wie Pfannkuchen. Sie haben alle umlaufende horizontale Rillen, so dass man sich leicht vorstellen kann, hier wäre ein Haufen an Pfannkuchen übereinander geschichtet. Warum sie so aussehen wissen wir vor unserem Rundgang nicht und sind leider auch nicht wesentlich schlauer als wir ihn beenden. Es ist nämlich so: Wissenschaftler haben immer noch nicht genau rausgefunden, warum die Steine solche Rillen haben. Man vermutet durch Wind, Sand und Salzwasser (Da wäre ich jetzt nicht drauf gekommen….) kann es aber nicht verifizieren. Also schauen wir uns einfach die coolen Steine an.

Besonders lustig fand ich übrigens auch die Schilder, die Leute davor warnen für Selfies über die Absperrungen zu steigen. Frei übersetzt stand da: „Seid nicht dumm, riskiert nicht euer Leben für ein Instagram Bild. Seid schlau, bleibt hinter der Absperrung und bleibt am leben.“

Die chinesischen Tourgruppen sind übrigens auch wieder am Start

Arthur’s Pass

Der restliche Tag ist Fahrtag. Wir fahren das Stück zurück nach Süden und biegen dann nach links auf den Arthur’s Pass ab. Eine sehr schöne Strecke die direkt am Nationalpark mit dem gleichen Namen vorbei führt. Auch wenn heute Fahrtag ist, nehmen wir natürlich den ein oder anderen Aussichtspunkt mit. Besonders spannend ist aber die Straße, die sich mal wieder sehr eng und serpentinenartig abwechselnd durch die Berge und das Tal schlängelt. Auch wenn Arthurs Pass wirklich schön ist, kann er uns nicht so ganz von den Socken hauen, wie so manch andere Straße in Neuseeland. Sind wir langsam schon übersättigt, oder ist es hier wirklich nur schön und nicht atemberaubend wunderschön? Vielleicht liegt es auch daran dass ich fahre und mich hauptsächlich auf die Straße konzentriere…Hannos Antwort auf die Frage: „War schon ‘ne ganz nette Strecke, hatten uns auch schon ganz schön satt gesehen zu dem Zeitpunkt.“

Kleine Wanderung zum Devil’s Punch Bowl, die Hanno in Flip Flops bewältigt
Der Wasserfall “ The Devil’s Punch Bowl“
Irgendwo auf dem Arthurs Pass 1
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Manchmal kommen es ganz unerwartet

Der Pass ist durchquert und es ist später Nachmittag. Zeit, dass wir uns ein Zuhause für die Nacht organisieren. Wir wissen ja jetzt langsam, dass die kostenlosen Campingplätze entweder ziemlich weit im Nirgendwo gelegen sind oder eben auf Parkplätzen ganz zentral. Heute haben wir uns einen Platz JWD ausgesucht. Wie weit, das war uns allerdings nicht bewusst. Wir biegen von der Hauptstraße in eine Nebenstraße ab. Sie ist geteert. Das ist ein gutes Zeichen – Erst wenn die Straße zu einer Schotterpiste wird, sollte man sich vielleicht mal fragen ob man immer noch auf dem richtigen Weg ist – Die Straße wird zu einer Schotterpiste und die Kilometer bis zum Ziel wollen einfach nicht weniger werden.

Dann aber die Entschädigung. Wir biegen um eine Kurve und haben ein großes Tal direkt vor uns. Im Hintergrund sieht man die Berge. Und dort, hinter den Bergen geht gerade die Sonne in sehr spektakulärer Weise unter. So einen Sonnenuntergang haben wir beide noch nicht gesehen. Den Wagen fahre ich links ran und schon stehen wir beide mit unseren Kameras in der Hand am Zaun und knipsen und staunen abwechselnd. Dieser Anblick lässt sogar die kurvenreiche Schotterpiste in Vergessenheit geraten.

Den Campingplatz erreichen wir dann natürlich im dunkeln, finden aber noch einen schönen Platz. Was macht eigentlich einen guten Platz aus? Er muss gerade sein, ihr wisst schon, der Kopf muss auf einer Höhe mit den Füßen liegen, er muss in der Nähe der Toiletten sein, aber auch nicht zu nah, man will ja nicht in der Einflugschneise zum Klo stehen. Wasserblick ist natürlich von Vorteil, und er sollte Abends noch recht lange Sonne haben. Die wichtigsten Punkte (gerade stehen und Klo um die Ecke) erfüllen wir heute Abend und das muss reichen . Essen, Abwaschen, Bett machen, Schlafen. Das ist unsere Reihenfolge für den Abend.

Unsere Unterkunft

Whitcliff Domain – kostenloser Freedom Platz

Tag 14 Auf geht’s nach Kaikoura

Hurrah! Heute geht’s ans Meer. Nach Kaikoura! Hier gibt’s ganz viele Tiere zu beobachten. Kaikoura ist nämlich bekannt für seine Robben, Delfine, Pinguine und auch Wale! Ach ja, und die Langusten, aber die sieht man eher auf dem Teller. Am späten Vormittag fahren wir entlang der Küste und plötzlich – die größte Delfin Schule die wir je gesehen haben. Mindestens 100 Delfine schwimmen, springen und spielen vor der Küste, direkt neben der Straße auf der wir fahren. Hanno schafft es gerade noch so die Haltebucht anzusteuern und schon stehen wir am Strand um die Tiere zu beobachten. Das heißt Hanno steht am Strand…ich suche unter der Bank im Fach nach meinem Teleobjektiv. Dämlich, denn während ich suche, schwimmen die Delfine immer weiter weg und ich verpasse den größten Teil des Schauspiels!! So ein Käse. Naja, waren hoffentlich nicht unsere letzten Delfine in Neuseeland (kleiner Spoiler: es waren leider doch die Letzten die wir hier zu Gesicht bekommen haben.)

Unsere Fahrt führt uns weiter entlang der Küste nach Kaikoura. Und auch diese Fahrt ist mal wieder phänomenal. Kurz glauben wir sogar, Pinguine gesehen zu haben. Leider waren es nur ein paar Vögel die aus der Ferne ziemlich genau wie Pinguine aussehen. Sie haben zumindest auch nen Frack an! In Kaikoura kommen wir gegen Mittag an und wir haben gelesen, dass man hier unbedingt bei einer Fischbude an der Küste halten muss um lecker Meeresgetier zu essen. Insbesondere die Langusten muss man hier wohl probiert haben. Also ab zur Fischbude!  Die Langusten liegen in einer Kühlbox und sind mit Zahlen beschriftet. Das Konzept ist ganz einfach. Man sucht sich eine aus und die Zahl ist dann der Preis. Bei uns gibt’s heute eine halbe Languste und den Fang des Tages. Das Ganze wird, wie immer, geteilt. Leider sind wir ein bisschen enttäuscht. Die Fischbude mag mal gut gewesen sein, aber sie ruht sich ein wenig auf ihren Lorbeeren aus, finden wir. Es hat inzwischen schon etwas von Touri-Schuppen… Dummerweise war es auch etwas teuer und satt sind wir auch nicht geworden. Zum Glück haben wir noch Bolognese Soße von gestern Abend übrig, die wir als „Dessert“ in einen Wrap verfrachten und uns teilen. Jetzt sieht die Welt schon wieder ganz anders aus!

Außerdem haben wir heute Nachmittag noch einen Spaziergang vor, da kann man gar nicht anders als sich freuen. Wir wollen die Robben Kolonie hier in Kaikoura besuchen und ein besonders gastfreundlicher Geselle begrüßt uns auch schon direkt auf dem Steg am Parkplatz. Der Rest hat es sich auf den Steinen am Ufer bequem gemacht. Das coole an der Sache ist, dass die Felsen nur bei Ebbe begehbar sind und hier auch kein Wanderweg eingezeichnet werden kann. Wir Menschen können aber einfach frei herumlaufen und uns die Robben anschauen. Wir werden nur gebeten einen Abstand von 10 Metern einzuhalten um deren Privatsphäre zu respektieren. Für manche Leute ist das leichter gesagt als getan, kann ich euch sagen, auch wenn Unmengen an Platz da ist, laufen sie bis auf 4 oder 5 Meter an die Tiere ran und strecken ihnen das iphone ins Gesicht. Wir beobachten von weitem wie eine Robbe sich auch sichtlich unwohl fühlt und immer nervöser wird. Die Touris kriegen davon aber natürlich nichts mit und knipsen fröhlich weiter.

Es ist schon unglaublich so viele Robben auf einem Haufen zu sehen. Sie liegen echt überall und sind auf den grauen Steinen super getarnt, so dass ich das ein oder andere Mal sogar ein Tier übersehe und den 10 Meter Abstand nicht einhalten kann. Da schaut man nach links und plötzlich liegt da so ein Tier keine 5 Meter rechts von dir. Unglaublich – da heißt es schnell Abstand schaffen. Die alten männlichen Robben ins Besondere haben nämlich ganz schöne Hauer im Mund. So verbringen wir ein paar fröhliche Stunden auf den Felsen und fotografieren und staunen so vor uns hin. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie viele Bilder man von Robben machen kann. Keine Angst, ich zeige euch nicht alle! Hier sind nur ein paar Wenige. Wer mehr sehen will, kann sich aber gerne melden.

Heute Nacht mal wieder Parkplatz

Kaikoura hat zum Glück einen kostenlosen Campingplatz, auch wenn es nur ein Parkplatz mit Dixie Klos ist. Er ist zum Glück auch gar nicht weit vom Dorfkern entfernt. Allerdings gibt es nur diesen einzigen und er wird recht schnell voll, sagt unsere App (es dürfen nämlich nur eine gewisse Anzahl an Vans hier stehen). Also nichts wie hin und wir bekommen gerade noch so den letzten Platz – denken wir. Denn je später der Nachmittag, desto mehr Vans und Wohnmobile kommen an und stellen sich einfach überall hin wo noch irgendwie Platz ist. Man nimmt es hier wohl nicht so genau mit den Regeln. Es wird kuschelig.

Unsere Unterkunft

Parkplatz bei Kaikoura am Strand – kostenloser Freedom Platz

Tag 15  Ein ganzer Tag in Kaikoura

Es ist mal wieder Morgen und Hanno wacht heute mit einem riesen Stück Etwas in seinem Auge auf. Erst mal ja grundsätlich nichts besonderes, aber es will und will einfach nicht rauskommen, weder als wir es mit Augentropfen rausspülen wollen, noch auf dem Spaziergang den wir nach dem Frühstück entlang der Küste machen. Das wird dann schon etwas blöde, zumal es ganz schön auf der Hornhaut kratzt. Das Stück Etwas scheint gekommen um zu bleiben.

Entlang der Klippe von Kaikoura

Gestern wollten wir noch einen Wanderweg entlang der Küste laufen, aber haben uns dann irgendwie bei den Robben verzettelt. Also hatten wir das Vorhaben auf heute verschoben. Der Weg geht dort los wo wir auch schon gestern unsere Zeit mit den Robben verbracht hatten und unser alter Bekannter, Herr Robbe vom Steg, liegt auch heute wieder da. Ob er wohl von der Stadt angeheuert wurde um hier die Besucher zu begrüßen? So oder so, wir sagen Guten Morgen und machen uns dann auf nach oben auf den Hügel. Dort geht der Weg los.

Erst mal hoch klettern und runterschauen. Das ist schon mal ein guter Start. Das tolle an dem Wanderweg ist, dass man die erste Hälfte der Strecke oben entlang der Klippe läuft und die zweite Hälfte dann am Strand entlang zurück zum Auto wandert. Unten am Strand ist der Weg auch nicht mehr ausgeschildert und man läuft einfach drauf los. Verlaufen kann man sich zum Glück ja nicht. Klippe links, Wasser rechts. Das können wir uns merken. Auch hier schlafen unzählige Robben auf den Steinen und liegen mitten auf dem „Weg“, wie wir feststellen, als wir einem Tier ausweichen wollen und plötzlich direkt vor einem anderen stehen. Hier ist nichts mit 10 Meter Abstand, außer wir wollen schwimmen gehen. Da das keine Option ist, schleichen wir uns ganz langsam an der Robbe vorbei um sie ja nicht in einen Stresszustand zu versetzen. Robbenzähne haben es nämlich in sich! Nach ca. 2 Stunden sind wir wieder am Van und sind extrem froh den Weg gegangen zu sein. Er hat sich voll gelohnt. Die Natur in Neuseeland kann da einfach nichts falsch machen.

Die Freunde sind hier auch

Unentschlossen waschen wir Wäsche

Nun zurück zu Hannos Auge. Das Teil ist nämlich immer noch drin. Allerdings sind wir noch etwas unentschlossen ob wir zum Arzt fahren soltlen oder nicht. Dummerweise ist nämlich heute Feiertag in Neuseeland. Es ist Anzac Day, der Tag an dem sie den Gefallenen in den Weltkriegen gedenken. Also müssten wir in die Notfallklinik…Erst mal Wäsche waschen an der Tankstelle. Dank unserer App haben wir hier nämlich zwei ziemlich saubere und gute Waschmaschinen und Trockner gefunden und am Schalter verkaufen sie uns sogar Waschmittel, denn hier finden wir leider niemanden von dem wir etwas Persil schnorren können. Während die Maschine das tut was sie halt so tut. Versuchen wir noch mal mit Augentropften das Auge zu spülen – ohne Erfolg. Es kratzt leider auch ordentlich und das Etwas ist zu einem richtigen Störfaktor geworden. Außerdem ist ja da noch die Hornhaut die beschädigt werden könnte. Also fahren wir kurz darauf mit sauberer und getrockneter Wäsche in die Klinik.

Die Klinik

Irgendwie ist das Gebäude menschenleer. Wir sind schon kurz davor eine Notfallnummer anzurufen, da kommt uns eine Krankenschwester entgegen. Hanno füllt die nötigenPapiere aus und wir warten. Eigenartigerweise gar nicht mal so lange, dann kommt ein lustiger, kleiner, dicker Doktor mit Kurzarmhemd und Crocs auf uns zu. Kurzes Erzählen der Geschichte und schon hat Hanno eine Art Kontaktlinse imAuge, die an einen Schlauch mit Spritze angeschlossen ist und der Doc drückt drauf. Ein ziemlich großes Stück organisches Etwas wird ausgespült und Hanno ist ganz schön erleichtert. Er bekommt noch Augentropfen in die Hand gedrückt und schon stehen wir wieder draußen in der Sonne. Allerdings sollte das leider noch nicht das Ende der Geschichte sein…

Wo übernachten wir heute?

Es ist inzwischen schon 15 Uhr, wir müssen noch Tanken, Wasser wegbringen und Neues einladen und irgendwie haben wir keine Lust mehr, heute noch weit zu fahren. Eigentlich haben wir keine Lust mehr überhaupt noch zu fahren. „Dann halt nicht, muss ja auch nicht,“ denken wir uns und fahren wieder auf den Parkplatz von letzter Nacht. Ist auch mal schön einen Tag nicht zu fahren und mal wieder etwas früher „zu Hause“ anzukommen.

Unsere Unterkunft

Parkplatz bei Kaikoura am Strand – kostenloser Freedom Platz

Carola

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