Oh wie schön ist Panama!

Oh wie schön ist Panama!

Weltreise Tage 290-293 (17.08-20.08)

„Oh wie schön ist Panama.“ Warum wollten wir eigentlich auf unserer Weltreise unbedingt nach Panama? So genau können wir das auch nicht sagen. So richtig viel wissen wir über Panama nämlich nicht. Klar kennen wir den Kanal und die Hüte, aber da hört es auch auf. Aber der kleine Bär und der kleine Tiger fanden Panama schön und das ist uns Grund genug. Und jetzt sitzen wir tatsächlich nach einem langen Sightseeing Tag auf der Dachterrasse, trinken einen Rumcocktail und gucken runter. Vor uns liegt das Casco Viejo, die Altstadt, und dahinter erhebt sich die Skyline der Neustadt mit ihren Wolkenkratzern. Dazwischen ist das Meer und darauf schwimmen die riesengroßen Pötte, die alle darauf warten in den Kanal einfahren zu dürfen. Ganz schön viel zu gucken gibt es hier!

Von Dollar und Balboa

Der Flug aus Medellín verläuft problemlos und wir landen am Vormittag am Flughafen in Panama. Durch das Wunder der Technik gibt es auch hier am Flughafen kostenloses Wlan und nachdem wir die Sicherheitskontrolle passiert haben und unsere Rucksäcke vom Band gefischt haben, bestellen wir uns ein Uber. Das fährt uns dann für 9 US$ zum Hostel. Richtig gelesen – US$, denn in Panama zahlt man mit Dollar. Allerdings gibt es auch noch eine Parallelwährung, den Balboa. Der Umrechnungskurs ist allerdings eins zu eins und es scheint ihn nur zu geben, damit man die US Währung durch ein paar kleine Münzen ergänzen kann. So gibt es zum Beispiel 1 und ½ Balboa Münzen.

Posada 1914

Das Hostel ist eine große, schöne Überraschung. Für verhältnismäßig wenig Geld (Panama ist durch den US$ recht teuer) bekommen wir ein Doppelzimmer mit eigenem Bad und einer Klimaanlage. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie sehr wir das Ding in den nächsten Tagen noch feiern werden. Im Hostel gibt es ‘ne riesen Küche und man kann für wenig Geld seine Wäsche waschen. Außerdem ist Frühstück im Preis mit inbegriffen, der Garten ist echt gemütlich und es gibt ‘ne Boulder Wand. Ziemlich cool, auch wenn wir jetzt schon wissen, dass wir sie nicht benutzen werden.

Wie ihr wisst, lassen wir uns gerne von unseren Mägen durch den Tag treiben. (Na, eigentlich ist es eher eine Notwendigkeit um das „Hangry-sein“ zu vermeiden.) Zum Glück gibt es direkt um die Ecke einen Supermarkt – ein wahres Paradies. Der Laden ist nämlich voll von amerikanischen Produkten. Alleine das Müsli Regal ist gefühlt dreimal so lang wie in Deutschland und gefüllt mit jedem nur erdenklichen Zuckergebäck, getarnt als Frühstücksmüsli und für das gute Gewissen mit Vitamin C angereichert. Ihr könnt euch vorstellen – wir brauchen ‘ne Weile bis wir uns zur Kasse vorgearbeitet haben.

Noch eine Überraschung: In Panama gibt es keine Plastiktüten mehr in den Läden. Weder im Supermarkt noch in anderen Geschäften. Man kann sie auch nicht kaufen. Wer keine eigenen Tüten dabei hat, trägt seine Möhrchen eben in der Hand nach Hause. Oder wie es uns Nachmittags passiert – trägt man eben seine neu gekauften Socken in der Hand spazieren und führt sie dann zum Essen aus, weil man keinen Rucksack dabei hat, aber dazu gleich noch mehr.

Panama City  – Neustadt

Wir können irgendwie nicht still sitzen und gehen nachmittags noch mal aus dem Haus – ein bisschen die Nachbarschaft erkunden. Am Hostel biegen wir links ab, laufen durch den Park, über die große Straße und landen am Malecon von Panama Stadt. Rechts geht’s in die Altstadt, wir laufen aber heute nach links. Einfach nur so. Und da wir zufällig an einer Mall vorbeikommen, wir beide noch neue Socken brauchen und es da drin barmherzig kühl ist, gehen wir eben Socken kaufen.

Sport ist hier ein großes Thema. Überall gibt es öffentliche Sportplätze

Danach wollen wir irgendwo hochlaufen und runter gucken. Wir haben von einer Sky-bar im W Hotel gelesen, also geht’s einmal ab durch die Stadt, Socken im Schlepptau, und hoch zur Bar im W Hotel. Blöd nur, dass die Bar nur im 5. Stock ist. Blöder ist, dass hier gerade eine Poolparty am Laufen ist. Uns ist das Publikum viel zu jung (man sind wir alt) und der Ausblick ist jetzt auch nicht der Hammer….Also geht’s wieder durch die ganze Neustadt zurück zum Hardrock Hotel, das direkt neben der Mall ist…nicht ohne Stopp in einer Bäckerei zu machen, weil wir beide kurz vor dem Hungertod stehen, es aber erst 17:30 Uhr ist und wir noch nicht zum Essen gehen wollen.

Das Hardrock Hotel sieht aus wie man sich ein Hardrock Hotel vorstellt, wenn auch etwas in die Jahre gekommen. (Wir erfahren später, dass es das erste internationale Hotel in Panama war.) Aber es gibt eine Sky-bar die sogar ganz oben ist! Allerdings ist hier niemand außer zwei anderen Touris, die nur zum Bilder machen gekommen sind, und zwei gelangweilte Kellner. Richtig zu verweilen lädt die Terrasse nicht ein, also machen wir es wie die anderen Touris, schießen Fotos und drücken uns die Nasen an der Glasabsperrung platt.

Die Schiffe dahinten im Hintergrund warten alle darauf, in den Kanal einfahren zu können.

Das mit dem Hunger kann jetzt auch nicht mehr warten, also geht’s wieder zurück in Richtung W Hotel, denn da haben wir uns ein Restaurant rausgesucht. Richtig durchdacht ist unser Ausflug heute zwar nicht, dafür schaffen wir unsere 10.000 Schritte und mehr, ist doch auch mal was, oder?

Das Restaurant heißt El Trapiche, serviert typisches panamaisches Essen und trotz der frühen Uhrzeit ist es gut besucht, immer ein gutes Zeichen und wir müssen nicht in einem leeren Lokal sitzen. Wir haben schnell bestellt und das Essen kommt für südamerikanische Verhältnisse extrem schnell – ein Segen! Für mich gibt es übrigens pulled Pork mit Bohnen und Reis und für Hanno ein Sandwich, die hier einfach der Hammer sein sollen. Beides ist super lecker, aber das pulled Pork noch ein kleines bisschen mehr. Nachdem die Rechnung bezahlt ist und wir uns von dem Schock der europäischen Preisverhältnisse, die hier herrschen, erholt haben, machen wir uns auf den 30 minütigen Heimweg. Wir sind heute schon oft ungeplant hin und her gelaufen, da machen die zusätzlichen 2,5 km den Kohl auch nicht mehr fett.

Die fast schlechteste Walking Tour der Reise

Seit wir in Südamerika reisen, sind wir ja große Fans von free Walking Tours. Von Panama wissen wir, außer das der kleine Bär und der kleine Tiger hier unbedingt hinreisen wollten, so gut wie gar nichts, also fahren wir Sonntag mit der U-Bahn in die Altstadt und stehen um 9 Uhr vor dem Café Casa Sucre und warten auf José. Der kommt auch und zusammen mit seinem Kumpel, praktischerweise heißt er auch José, geht es los. Einer spricht englisch, einer spanisch. Schon hier hätten wir uns denken können dass die Tour nichts wird. Erstens erzählt er uns alles im Gehen, so kriegen nur die Leute was mit, die direkt hinter und neben ihm laufen und zweitens läuft José Nr 2 mit seiner spanischen Gruppe direkt neben uns und erzählt auch. Das ganze Unterfangen erfordert enorme Konzentration…

Ich halte es kurz. Jose zeigt uns ein paar nette Orte in der Stadt und ein, zwei Punkte die er erzählt sind auch interessant, aber so richtig was lernen tun wir nicht. Zum Beispiel weiß der Gute zwar zu erzählen, dass die jetzige Altstadt von Panama schon der zweite Standort der Stadt ist, da der erste abgebrannt ist, aber wann das war, weiß er nicht. Mit Zahlen hat er es sowieso nicht wirklich und Hanno und ich schalten bald ab und nutzen die Tour einfach als geführten Spaziergang durch die kleinen Gassen, die sind nämlich wirklich hübsch. Als die Tour dann vorbei ist, sind wir aber ganz froh drum und lassen uns lieber allein noch ein bisschen durch die Altstadt treiben.

Wir wollen einen Hut

Das können wir nämlich auch alleine ganz gut, so ziellos umher laufen. Außerdem sind wir auf einer Hut-Mission. Ich möchte gerne einen Panama Hut und Hanno denkt auch drüber nach, sich einen Hut zu kaufen, allerdings einen Ecuador Hut. Es ist ja nämlich so, dass der Hut, den man allgemein als Panama Hut kennt, eigentlich aus Ecuador kommt. Dort konnten sie ihn aber nicht verkaufen, weil das europäische Klientel fehlte. Als dann der Panama Kanal fertig wurde, der US Präsident bei der Eröffnung so ein Ding trug und hier der Markt immer größer wurde, haben die Ecuadorianer kurz entschlossen, die Hüte in Kisten gepackt und sie zum Verkauf nach Panama verschifft. Es gibt aber auch traditionelle Panama Hüte. So einen will ich und werde später auf einem Markt außerhalb der Altstadt auch fündig. Hanno muss leider weiterhin ohne Hut leben, sein Kopf ist einfach zu groß, nichts passt.

Lecker Fisch

Irgendwann ist es dann Mittagszeit und wer hätte es gedacht, wir haben Hunger. Und wir immer hatten wir natürlich vorher ein bisschen recherchiert, wo es lecker Essen gibt. Panama ist jetzt nicht gerade bekannt für seine kulinarischen Highlights, aber ein Land das so viel Küste zu bieten hat muss einfach gutes Meeresgetier haben. Und wo geht das besser als am Fischmarkt? Der Markt an sich ist recht klein, aber es werden Fisch und diverses Meeresgetier ver- und gekauft. Eigentlich alles was einen Fischmarkt ausmacht. Die Essensbuden hatten wir uns allerdings ganz anders vorgestellt.

Der Platz für die diversen Restaurants und Stände ist größer als der für den Fischmarkt und es wimmelt nur so von Touristen, Einheimischen und Mitarbeitern und es ist laut und wuselig – schließlich sind wir in Lateinamerika. Die Fernseher laufen mit der Musik um die Wette und die Gäste erhöhen den Geräuschpegel noch in dem sie lautstark versuchen ihre diversen Unterhaltungen fort zu führen. Sobald wir das Gelände betreten, ziehen wir die Mitarbeiter der verschiedenen Restaurants magisch an. Mit Beteuerungen dass ihre Krabben die allerbesten seien, halten sie uns die Speisekarte unter die nase. Wir sind kurz ein bisschen überfordert, holen dann aber tief Luft und machen das was wir immer machen. Wir gehen dort hin wo die meisten Einheimischen sitzen.

Die Entscheidung bezüglich Essen fällt uns leicht. Es gibt zweimal King Prawns, einmal in Knoblauch und ein mal in irgendeiner scharfen roten Soße. Da die Sonne scheint und wir heute Sonntag haben, gibt’s ein lokales Bier – natürlich der Recherche wegen (später probieren wir noch ein zweites lokales Bier, auch der Recherche wegen.) Das Essen lässt ziemlich lange auf sich warten, aber dafür gibt es einen Gruß aus der Küche – Ceviche – und viel zu sehen. Ein Mitarbeiter rennt sogar eben mal rüber zum Fischmarkt um einen frischen Lobster zu kaufen. Gut zu wissen – das Essen hier ist frisch. Und lecker wie wir später feststellen. Preislich war das Ganze auch OK, also eine wirklich gute Wahl in Panama City.

Das Coca-Cola Café

Nach dem Essen bekomme ich meinen Panama Hut. Originale Hüte kauft man am besten auf den lokalen Märkten und eine gute Wahl ist wohl der Markt in Santa Ana, der ist in direkter Nähe zur Altstadt und zum Fischmarkt. Neben an ist auch das Coca-Cola Café und das ist dann auch unser nächster Stopp. Eigentlich ist das Café nichts besonderes. Es ist ein einfacher Ort wo es Sandwiches, Kaffee und auch Coca-Cola gibt. Das besondere ist der Name. Draußen über der Tür prangt nämlich in großen Lettern der Original Slogan von Coca-Cola in originaler Schrift. Der Konzern weiß zwar darüber Bescheid, aber das Café mit seinem Schriftzug gibt es schon so lange, das Coca-Cola sie einfach gewähren lässt. So was müssen wir uns natürlich anschauen und bestellen zwei Kaffee (ja ich weiß, eigentlich eine Schande hier keine Cola zu trinken, aber uns war eben nach Kaffee.)

Mein neuer Hut und ich im Coca-Cola Café

Rum trinken

Bei der Tour heute morgen hatten uns andere Touris von einer netten Bar erzählt wo man tolle Cocktails bekommt und auch Rum-tastings machen kann und da wir ja in Panama sind, Rum eigentlich das Nationalgetränk ist, die Sonne scheint und heute Sonntag ist, geht’s wieder ab in die Altstadt und zu Pedro Mandinga. Was für ein Glück, es ist Happy Hour und es gibt noch zwei bequeme Sessel unter einem Ventilator mit bestem Blick auf die Straße zum Leute beobachten. Die Cocktails sind lecker und der Tag könnte kaum besser werden.

Na, ein bisschen besser wird er dann schon noch als wir uns später zu unserem letzten Stopp für den Tag aufmachen. Es geht auf eine Rooftop Bar. Für Hanno gibt es nichts besseres als Dachterrassen und außerdem schauen wir beide gerne runter. Hier lassen wir dann den Tag ausklingen und machen uns gegen frühen Abend auf den Weg nach Hause. Kurioserweise laufen wir auf dem Nachhauseweg nicht einer, sondern gleich zwei Percussion Bands über den Weg die in den Straßen üben. Und die Jungs sind echt nicht schlecht. Ziemlich cool, wie sie da einfach auf den Plätzen und den kleinen Parks stehen und trommeln und keinen stört’s – im Gegenteil, die Leute bleiben stehen und hören zu. Echt entspannt, diese Panamaer.

Über den Dächern vom Casco Viejo nach Panama City
So sehn übrigens die Häuser aus, wenn sie weder in der Alt- noch in der Neustadt stehen.

Abends gibt’s dann noch Nudeln mit Tomatensoße, gekocht in der ziemlich sauberen und gut ausgestatteten Küche und das war’s dann auch für den Tag. Reicht auch, finden wir.

Ein wunderbar unspektakulärer Tag

Wir hatten uns ja versprochen, alles ein bisschen langsamer anzugehen und genau das wollen wir heute tun. Den Montag hatten wir fürs Nichtstun reserviert und das bleibt auch unser Plan. Der ganze Tag bestand darin, Wäsche zu waschen (im Hostel gab es Maschinen und Trockner für $3,50), zu lesen, schreiben und zu schneiden, und unserem Tageshighlight: zum Supermarkt zu gehen. Es war himmlisch entspannt und ihr glaubt gar nicht wie schnell es wieder Abend ist und wir tot müde im Bett liegen…

Der Panama Kanal

Dienstag war dann allerdings wieder Action angesagt. Wir wollten zum Panama Kanal! Gelesen hatten wir, dass die Schiffe früh morgens vom Pazifik in den Atlantik durch den Kanal fahren und nachmittags vom Atlantik in den Pazifik. Bedingt durch die Tide passiert mittags nichts. Morgens ist ja nicht ganz so meine Zeit, also sind wir nach einem weiteren Besuch im Supermarkt und einem Mittagessen im Hostel gegen 14 Uhr los.

Mit der U-Bahn ein paar Stationen zum Busbahnhof und von dort dann den Bus in Richtung Kanal nehmen, das war unser Plan.  Wir sollten schnell zwei Dinge lernen: 1. Bus fahren in Panama ist etwas verwirrend, da es keine ausgehängten Fahrpläne gibt und 2. Wenn man als Gringo etwas verloren in der Gegend rumsteht, erbarmt sich nach spätestens 30 Sekunden jemand und sagt einem wo’s lang geht oder führt einen meistens sogar direkt zum richtigen Bus. So auch diesmal – Dank der netten Hilfe eines älteren Mannes und des Busfahrers der uns schon von weitem zuwinkt ist der Bus schnell gefunden. Bus und Bahn sind übrigens unschlagbar günstig 35 US cent kostet eine Fahrt mit der U-Bahn und 25 US cent eine Fahrt mit dem Bus, egal wie weit.

Im Bus auf dem Weg zum Kanal: Die Polizisten tragen ihre Blutgruppe als Applikation direkt auf die Uniform genäht

 Im Gegensatz zu den öffentlichen Verkehrsmitteln ist das Besucherzentrum am Panama Kanal unglaublich teuer. $30 zahlen wir pro Person um uns den Kanal, das Museum und den 3D Film über den Kanal im Imax Kino anzuschauen. Aber ohne Eintrittskarte ins Museum, das man sich getrost hätte sparen können, kommt man dummerweise nicht an den Kanal ran und wenn wir schon mal da waren, dann wollten wir auch den Film sehen! So gibt es für uns also das komplette Kanal Paket.

Einmal in den Kanal spucken

Tickets gekauft und es ging natürlich als aller erstes zum Kanal. Deswegen waren wir ja schließlich hier, jetzt wollen wir das Ding auch endlich live sehen. Hannos erste Worte: „Die Schleuse sieht genauso aus wie bei uns im Dorf, nur etwas größer.“ Naja, wo er Recht hat… Mein erster Gedanke war: „So ein Mist, da ist ja ein Zaun davor, wie kann ich denn jetzt in den Kanal spucken?“ Diesen Floh hatte mir nämlich mein Vater ins Ohr gesetzt, der schon seit Monaten davon sprach, dass wir das unbedingt tun sollten. Warum? Keine Ahnung, klang aber lustig, also waren wir dabei. Allerdings konnte ja keiner das mit dem Zaun ahnen… Na dann halt nicht, in Gedanken haben wir aber reingespuckt. 

Über uns befand sich die Besucherplattform auf der man den Schiffen dabei zugucken kann wie sie durch den Kanal geschleust werden. Da geht es auch für uns als nächstes hin und hier erzählt auch gerade ein Mann mit Mikrofon den Menschen alles was sie jemals über das Schiff hätten wissen wollen, dass als nächstes durch den Kanal fahren würde. Für uns war hauptsächlich die Info wichtig, dass es noch mindestens 45 Minuten dauern würde – genug Zeit also, schon mal mit dem Museum anzufangen.

Hier sind wir vor der Schleuse. Im Hintergrund kann man schon das Schiff erahnen

Museen sind überbewertet

Das Museum ist laut und wuselig – wir sind ja schließlich immer noch in Lateinamerika – diesmal sind es Infofilmchen und Touristen die den Lärm verursachen und gegeneinander ankämpfen. Das mit der Konzentration geben wir schnell auf, hoffen dass wir nachher im Kino lernen was wir wissen wollen und sehen den Rundgang eher als obligatorisches Unterfangen, schließlich haben wir ja dafür bezahlt!

Ein paar lustige und interessante Fakten sind dann aber doch hängen geblieben. Zum Beispiel dass die Tore der Schleusen so viel wiegen wie 300 Elefanten und immer noch die Original Tore sind, die damals von den Amerikanern eingebaut wurden. Lustig war auch die Maschine die angeblich den Wassergehalt im Körper berechnen konnte. Etwas skeptisch waren wir ja schon und als Hanno, der auch gerne mal das trinken vergisst, einen höheren Prozentsatz angezeigt bekommt als ich, die täglich mindestens zwei Liter in sich reinschüttet, ist klar – eine lustige Spielerei um Fakten über den Kanal zu erzählen, aber den nächsten Nobelpreis für wissenschaftliche Errungenschaften würde die Maschine nicht gewinnen.

Wir schauen zu wie ein Schiff durch eine Schleuse fährt

Aus den Fenstern können wir zum Glück das ankommende Schiff beobachten und kurz vor knapp geht’s zurück auf die Zuschauertribüne. Wir sind übrigens nicht zu Schiffs-spottern geworden, aber wann hat man schon mal die Chance hat einem Schiff dabei zu zusehen wie es durch den größten Kanal der Welt fährt…sollte man die auch wahr nehmen, finde ich. Hannos Kommentar dazu: „Das können wir bei uns an der Schleuse auch sehen, nur in kleiner…“ Aber dann ist es wirklich cool mit anzusehen wie der Wasserpegel in der Schleuse immer mehr sinkt, dann die Schleusen aufgehen und das riesige Containerschiff in den Pazifik entlassen wird. Die Tore werden heute übrigens von einem kleinen Motor betrieben, aber auch nur damit es schneller geht, die Wasserkraft könnte die Aufgabe auch komplett alleine übernehmen. Schon krass oder?

Für die Kanal Nerds unter euch, hier noch ein paar Fakten über den Panama Kanal. Er wurde 1914 eröffnet und zwar an dem Tag, an dem der 1. Weltkrieg begonnen hat. Eine Fahrt durch den Kanal kostet ein Containerschiff durchschnittlich $150.000 – $500.000. Der Rekord liegt bei $850.000. Der niedrigste Preis wurde von einem Mann gezahlt der den Kanal durchschwommen hat, er musste 33 Cent zahlen.

Früher haben übrigens Maultiere die Schiffe durch die Schleuse gezogen. Heute machen das mechanische Muskelpakete. Die Lokomotiven haben Power ohne Ende und kosten mehrere Millionen. Krass oder?

Und bei meinem letzten tollen Fakt geht es um den Bau des Kanals. Damals gab es noch keine Möglichkeit festzustellen ob Panama im Ring of Fire, der Erdbebenzone in Südamerika, liegt. Die Art der Konstruktion des Kanals war davon allerdings abhängig. Schleusen würden wohl nur in einer Erbeben freien Zone funktionieren. In Panama Stadt gibt es allerdings eine Kirche, die mit Flachbögen gebaut wurden. Da die Kirche alt war, diese Art von Bögen recht anfällig für Erderschütterung waren und immer noch standen, ging man davon aus, dass Panama nicht im Erdbeben Gebiet liegt. Glück gehabt würde ich sagen, denn 2003 sind die Bögen eingestürzt…allerdings nicht durch ein Erdbeben, die sind hier nämlich wirklich äußerst selten.

Das Original Schleusenhäuschen mit Schiff und Lokomotive

Wir gehen ins Kino

Seit Monaten wollen wir eigentlich schon ins Kino gehen. In jeder größeren Stadt schauen wir uns das Programm durch, aber bis jetzt hatte uns noch keine Film von den Socken gehauen und so ist es immer bei dem Wunsch geblieben. Heute ist es aber so weit. Der 3D Film Panama Kanal, erzählt von Morgan Freeman, wird unser erster Kinofilm seit Monaten. Er ist auch wirklich  gut, im Gegensatz zum Museum, und jeder der am Kanal vorbei schaut sollte dort auch unbedingt reingehen. Es wird die komplette Geschichte des Kanals inklusive Vor- und Baugeschichte erzählt und das alles in 3D – wie kann das nicht toll sein, frage ich euch (vielleicht spricht da der Kanal Nerd aus mir…).

Der Supermarkt – unser Lieblingsort

Der Rückweg dauert etwas länger als der Hinweg – Rushhour, aber wir haben nichts mehr vor und sitzen bequem. Zurück beim Hostel statten wir dem Supermarkt noch einen Besuch ab, wir brauchen nämlich noch ordentlich Proviant für die nächsten Tage, und dann geht es auch schon nach Hause. Wir müssen packen. Morgen geht das Abenteuer nämlich weiter.

Wiedersehen

Lustigerweise treffen wir abends noch Jan und Eileen im Hostel. Ihr erinnert euch vielleicht, mit den beiden haben wir Bolivien zusammen bereist. Nach La Paz hatten sich unsere Wege getrennt, aber wie es der Zufall will, haben die beiden für ihre Tage in Panama City genau das gleiche Hostel gebucht wie wir, völlig zufällig! Und dann überschneiden sich unsere Tage auch noch ein bisschen! Echt lustig. Wir verquatschen uns abends dann noch eine Weile in der Lobby und tauschen Reisegeschichten aus. Immer wieder fällt uns auf wie klein die Welt eigentlich geworden ist…da sitzen wir irgendwo in Panama City im Hostel und unsere Freunde aus Bolivien kommen plötzlich zur Tür herein. Verrückt!

Unsere Unterkunft

4 Nächte im Hostal Posada 1914 für durchschnittlich 37,50 €/Nacht

Carola

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