Singapur! und die Reise ans andere Ende der Welt – Teil 2

Singapur! und die Reise ans andere Ende der Welt…

Weltreise Tage 158-159  (07.04-08.04)

Tag 3

Leider ist heute schon unser letzter Tag und er beginnt mit packen. Glücklicherweise haben wir ein tolles AirBnB und wir können unsere Sachen bis abends im Zimmer lassen und dann sogar noch duschen, bevor es zum Flieger geht. Heute steht mein kulinarisches Highlight auf dem Plan, zumindest soll es das werden. Wir fahren ab nach Chinatown. Denn hier hat Hawker Chang sein, inzwischen, Restaurant. Angefangen hat alles mit einem Stand im Hawker Center, bis ein Kritiker des Guide Michelin bei ihm Hühnchen mit Reis gegessen hat. Chang hat darauf hin einen Michelin Stern erhalten und war somit der erste Street Food Stand der Welt mit so ‘nem Stern. Inzwischen hat er, wie gesagt, ein Restaurant, und so etwas können wir uns natürlich nicht entgehen lassen.

Was wäre Chinatown ohne billigen Tand

Aber da es noch nicht all zu lange her ist, seit wir gefrühstückt haben, lassen wir uns erst einmal durch Chinatown treiben. Wie auch schon die anderen Stadtviertel, hat auch Chinatown einen ganz bestimmten „Singapur Style“. Alles ist so aufgeräumt und sauber. Auch hier stehen natürlich noch einige Kolonialhäuser, diesmal mit chinesischen Schriftzeichen an statt indischen oder arabischen. Und die Geschäfte sind nicht mit orientalischen Gewürzen oder Teppichen gefüllt sondern mit billigen China-Zeugs. Überall in den Läden findet man Verkaufsschilder, die einem Rabatte von 1 oder 2 S$  versprechen wenn man nicht ein Stück Flaschenöffner oder Plastikspiegel kauft, sondern gleich 10. Die Angebote klingen so verlockend, dass wir fast versucht sind zu zugreifen!

Es gibt auch Einhörner en masse

Hawker Chang

Dann ist es endlich Mittag – wir haben Hunger. Wir laufen über die Chinatown Foodstreet und es fällt echt schwer nicht hier schon schwach zu werden. Aber wir haben ja ein Ziel. Die Schlange vor dem Restaurant verrät uns auch recht schnell das wir richtig sind und haben dann ca. 30 Minuten Zeit uns genauestens zu überlegen was wir essen wollen. Wenn man schon mal in einem Sterne Restaurant isst, will man natürlich auch das beste Gericht bestellen. Letztendlich entscheiden wir uns beide für den Klassiker bei Chang: Soy Sauce Chicken Rice – Hühnchen mit Reis. Während Hanno uns zwei Plätze ergattert, warte ich auf das Essen und dann geht es los mit dem schlemmen. Ich muss sagen – lecker war es, aber ist der Stern verdient? Wir finden beide, dass wir schon mindestens genauso leckeres Street food wo anders in Asien in den letzten 5 Monaten gegessen haben. Aber lecker war es und mit 5 S$ (ca. 3,50 €) hat Chang auch weiterhin seine Street Food Preise eingehalten. Das finde ich echt fair.

Im Laden von Hawker Chang

Unsere letzten Stunden in Asien

Von Chinatown verabschieden wir uns langsam und da der Nachmittag noch jung ist, machen wir uns auf in Richtung Clarke Quay. Es ist eines der Ausgeh- und Vergnügungsviertel von Singapur und Nachtmittags ist hier wirklich wenig los. Wir nutzen die relative Ruhe, setzen uns auf eine Bank und denken ein bisschen nach. Wir können langsam unsere letzten Stunden in Asien an einer Hand abzählen. Bald enden fünf Monate und 7 Tage Asien-Reise für uns und wir fliegen auf einen neuen Kontinent. Da kann man schon mal ein bisschen darüber nachdenken was wir in den letzten Monaten alles so erlebt haben, was gut war und was wir vielleicht nicht so gut fanden.

Es ist schon krass, finden wir, wie schnell die Zeit verflogen ist. Klar gab es Momente, als wir zum Beispiel 24 Stunden Nachtbus nach Hanoi gefahren sind, oder als wir beide im Krankenhaus in Yangon auf Dengue untersucht wurden, in der die Zeit verdammt langsam vorbei ging. So im Großen und Ganzen kommt uns alles aber eher wie ein Wimpernschlag vor. Ich kann mich noch genau daran erinnern wie wir in Bangkok aus dem Flugzeug gestiegen sind und erst mal einen Kulturschock erlitten haben. „Damals“ lagen noch zwölf Monate Weltreise vor uns, jetzt sind es nur noch sieben. Wir haben so viel tolles erlebt und gesehen. Wir durften Tarsiere aus nächster Nähe ansehen, standen in den Tempelanlagen von Angkor Wat und haben den Sonnenaufgang über Bagan erlebt. Es waren auf jeden Fall fünf aufregende, chaotische und fantastische Monate in denen wir uns durch Asien gefuttert und fotografiert haben und wir möchten keine Minute davon missen.

Clarke Quay

Ganz ist’s aber noch nicht vorbei

Denn wir haben immer noch kein Auto-Ladegerät für unser Laptops. Eine letzte Chance geben wir uns und fahren noch mal in die Orchard Road. Diesmal mit dem Bus – da sieht man nämlich viel mehr und hier hält zufällig einer, der uns dort direkt hinfährt. Angekommen, sind wir erst einmal abgelenkt von der kleinen Emerald Hill Road. Obwohl sie direkt von der Orchard Road abgeht, ist hier nichts von dem Hochglanz des Shopping Meccas zu spüren. Hier reihen sich nämlich noch kleine Kolonialhäuser aneinander, die hübsch renoviert heute lauter Bars und kleine Restaurants beherbergen. Die Kontraste in dieser Stadt beeindrucken uns immer wieder.

Emerald Hill Road
Orchard Road

Zurück auf der Orchard Road finden wir dann aber schnell einen Elektronikladen. Das Gesuchte haben sie zwar nicht, aber dafür einen tollen Tipp. Nicht weit von hier gibt es wohl eine Mall, die aus nichts anderem als lauter Elektronikläden besteht. Wir schauen auf die Uhr, beschließen dass wir dafür noch Zeit haben und ab geht’s.

Wir werden fündig

Das Shopping Center ist das genaue Gegenteil der Malls auf der Orchard Road. Hier gibt es weder Marmor noch Gold und die Auslagen sind nicht auf Hochglanz poliert. Hier sieht es eher aus wie im Keller eines Technikfreaks, der seit 20 Jahren nicht aufgeräumt hat –  und noch die Sachen von seinen Kumpels hier lagert. Etwas planlos irren wir umher und gehen dann einfach in irgendein Geschäft rein, das uns sympathisch vorkommt. Und tatsächlich, der Verkäufer weiß sofort wonach wir suchen, und kurze Zeit später sind wir die stolzen Besitzer eines Konverters, der die 12V des Zigarettenanzünders in 240V umwandelt. Toll!

Reiseparadies – Changi Airport

Danach beeilen wir uns rechtzeitig nach Hause zu kommen, wir duschen und packen den letzten Kram zusammen und machen uns dann auch schon auf zum Flughafen. Unser Flieger geht zwar erst um 2 Uhr Nachts, aber Changi Airport soll einiges zu bieten haben und wir freuen uns richtig hier Zeit zu verbringen. Hier unsere Tipps für alle, die am Flughafen mehrere Stunden Aufenthalt haben:

  1. Fragt am Schalter der Airline ob ihr euer Gepäck schon früher als die angegebenen drei Stunden vor Abflug einchecken könnt. Die interessanten Sachen sind nämlich alle hinter der Security. Meistens ist das möglich.Wer hier nur umsteigt, für den erübrigt sich der Punkt natürlich.
  2. Unbedingt das Jewel besuchen. Es ist ein Shopping Mall mitten im Flughafen, mit dem größten Indoor Wasserfall der Welt. Hier gibt es wohl auch reichlich Möglichkeiten was zu futtern – also Hunger mit bringen. Sehr zu unserem Leidwesen waren wir leider vier Tage vor der Eröffnung da und konnten das Jewel nicht genießen.
  3. Dafür waren wir im Kino – kostenlos natürlich! Bei uns lief Venom. Ein wirklich schlechter Marvel Film aber wir fanden es super.
  4. Durch den Sonnenblumengarten, den Orchideengarten oder den Schmetterlingsgarten schlendern.
  5. Im Games Room auf 80iger Jahre Konsolen zocken.
  6. Im Playstation Room auf – na ja – Playstations zocken.
  7. In einem der mehreren Foodcourts lecker Abendessen (Wahlweise auch Frühstück oder Mittagessen) bestellen – das geht übrigens ganz verrückt über einen zentralen Bestellscreen.
  8. Mit einem Tiger Bier auf deine Reise anstoßen.

Bis auf Punkt 2 haben wir alles davon gemacht und uns wurde die Zeit nicht lang. Das ist mir auf einem Flughafen wirklich noch nie passiert. Gefühlt viel zu früh war es dann 1 Uhr und Zeit zum boarden. Ab ging es mit Singapore Airlines nach Sydney. (Ein schöner Zufall, denn gebucht hatten wir mit deren Tochter-Airline Scoot, einer Billig Airline, die aber aus unbekannten Gründen den Flug nicht durchführen konnte und uns auf Singapore Airlines umgebucht hatte. Das hat uns dann auch ein kostenloses Frühstück beschert. Wir glauben es lag daran dass wir mit einer Boeing 737 geflogen wären und die alle gegroundet waren.) Von Sydney jedenfalls, wird uns dann die New Zealand Airways an unser Ziel bringen – Christchurch! Das andere Ende der Welt.

Unsere Stippvisite in Australien

Bei unserer Flugbuchung hatte es sich so ergeben, dass wir fast 8 Stunden Aufenthalt in Sydney haben würden bevor es weiter nach Neuseeland ging. Da diese Flug Kombi bei weitem die günstigste Variante war, hat uns das aber nicht so sehr gestört. Und bei uns hat sich im Hinterkopf recht schnell eine Idee fest gesetzt  wir wir die Zeit gut rumbringen können. Aber auch wenn wir die Idee sich nicht in einen handfesten Plan umsetzten lassen würde, auf Flughafen können wir uns inzwischen ganz gut die Zeit vertreiben, wissen wo es Strom gibt, oder wo man sich einigermaßen in Ruhe ausruhen kann. Also haben wir natürlich den günstigen Flug gebucht. 

Erst mal schien aber alles nach Plan zu verlaufen. Wir landen pünktlich und sind super schnell durch die Kontrollen durch. Unser Gepäck wartet auch schon auf uns und in null Komma nix stehen wir vor dem Flughafen auf australischem Boden. „Wie konnte das nur passieren?“ Fragen wir uns etwas ungläubig. Eben waren wir doch noch in Asien. Das Ankommen beim reisen wird für uns nie alt. Es ist jedes Mal aufs neue phantastisch aus dem Transportmittel zu steigen und an einem neuen Ort zu sein.

Können wir 7 Stunden früher einchecken?

Um unseren Plan in die Tat umzusetzen mussten wir unsere großen Rucksäcke loswerden. Das kann man natürlich in der Gepäckaufbewahrung machen, kostet aber Geld. Also gehen wir zu dem Schalter von New Zealand Airways und fragen einfach mal nach ob wir die Rucksäcke schon mal aufgeben können. Die nette Frau telefoniert kurz und es geht. Hurrah! In einer halben Stunde öffnet der Flug. Bis dahin vertreiben wir uns die Zeit mit Kaffee trinken. Phänomenal! Da hält uns ja wirklich nichts mehr davon ab, in die Stadt zu fahren. Denn wir wollen unbedingt das Sydney Opern Haus einmal „in echt“ sehen, jetzt wo wir so nahe dran sind.

Was? 22 Euro für ein Rückfahrticket?


Auf geht’s zur Bahn, der wohl günstigste und auch schnellste Weg in die Stadt zu kommen, glauben wir. Vor dem Ticketschalter klappt uns allerdings die Kinnlade runter. Da steht doch tatsächlich, dass die 35$ (ca. 22 €) für ein Rückfahrticket in die Stadt wollen. Das kann doch wirklich nicht war sein. Nur um mal eben 20 Minuten hin und 20 Minuten zurück zu fahren? Jetzt glauben wir nicht mehr dass es der günstigste Weg ist und fangen wild an zu googlen. Nach 30 Minuten müssen wir aber einsehen: Das ist wirklich so teuer und wir vergeuden mit dem googlen auch noch kostbare Zeit. Eigentlich brauchen wir auch gar nicht weiter darüber nachzudenken. Wir wollen die Oper sehen und auch wenn wir ziemlich übermüdet sind, das wollen wir uns nicht entgehen lassen. Wer weiß wann wir mal wieder hier sind. Da hilft nur Augen zu und durch – und die Tickets sind gekauft.

Sydney Opera House

Und was für eine gute Entscheidung das war. Das Gebäude ist wirklich extrem imposant, auch wenn wir es uns ein bisschen größer vorgestellt hatten. Ich finde es total spannend hier zu stehen, vor einem Gebäude dass man schon so oft im Fernsehen gesehen hat. Ich verbinde es zum Beispiel mit den Sylvester Shows die es früher immer im TV gab. Wisst ihr noch, dort wo immer gezeigt wurde, wer gerade Neu Jahr feiert? Wenn Australien so weit war, wurde immer das Sydney Opera House und die Harbour Bridge gezeigt, darüber das Sylvester Feuerwerk. Jetzt stehen wir hier, als wäre es das normalste der Welt. Unglaublich. Ich muss auch gestehen ich hatte keine Ahnung wie alt das Haus ist, dass es schon Anfang der 60iger gebaut wurde. Jetzt finde ich den Bau noch beeindruckender. Es muss wirklich eine statistische Meisterleistung gewesen sein. Wir setzten uns ein bisschen auf die Stufen, laufen langsam um das Gebäude herum und lassen es einfach auf uns wirken, bis es Zeit ist, wieder zurück zum Flughafen zu fahren.

Auch wenn Sydney Airport nicht mit Singapur mithalten kann, gibt es auch hier einen recht großen Food Court und schöne Sitzgelegenheiten. Zweiteres finden wir leider erst viel zu spät, da ist es schon fast Zeit zum boarden. Und schon sind wir wieder in der Luft auf dem Weg nach Christchurch. Der Stopp in Sydney wirkt schon fast wie ein Traum!

Unsere Unterkunft

3 Nächte im AirBnB für 39 € pro DZ/Nacht inkl. Frühstück

1 Nacht im Flugzeug der Singapore Airlines

Carola

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